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Inhalt

[Cover]

Titel

Sardinen shoppen

Von Linsen lernen

Ist Gott ein Hefeklops?

Bubi Böhmermann und sein Traum vom Ruhm

Betrüger Ernst und seine Würste

Trump als Chance – I have a Dream

Kommt die Gans, geht die Vernunft

Mein Freund der Stuhl ist tot

Der Herl als Dragqueen

Tofuhirsche und Lupinenhasen

Frohsinnsmaschinen

Kommando W. Siebeck

Sprechen Sie Deutsch?

Wildsau in Lothringen

De babbisch Lumbe

USA – Was soll denn daran »great« sein?

Der Deutsche

Santo Subito, Opa Karl

Religion – Schorle für’s Volk

Die Dame im Zug und die Sau in der Pfalz

Vom Verlernen des Alleinseins

Vom täglichen Töten

Samstags gehört Papi dem Baumarkt

Blätterteighütchen für alle

Schwarz-Grün in Hessen – Ihr Sex wird fürchterlich sein

Weihnachten im Deichmann-Dom

Mama, Papa, Liegerad

Halbverdauter Döner macht nicht schöner

Achtung Judenwitz

Verzeihung, Griechenland

Heute, als wir noch doof waren

Drei Eier und der Kardinal

Eunuchenrennen

Mein Opa war ein Punk

Fischevermehren in der Grundschule

Mumme Pohlsen

Gleichheit ist mir gleich

Eine Großstadt ist kein Freilichtmuseum

Tierfilme, Tankwarte und Tafelwasser

Wurst aus der Antike

Zu schön, um zu überleben

Drohnen und Chicken Wings

Schweini und die schärfsten Schnittchen

Israel im Endspiel

Heilige Stuhlprobe

Vom Entstehen der Hipster

Let’s fly to Schwachsinn

Mit dem ewigen Grinsen am Steuer

Hartz-IV-Fernseher

Früher war mehr Hitler

Esst mehr Bücher

Paradies für Haie

Großmäuler mit Flügeln

Junge Schussel mit kleinen Telefonen

Plumps, tot, weg

Schdolz

Mit Punkten punkten

Höchste Instanz im Land

Vom Mehr

Finktul pöftel Lügenpresse

Böller, Eier, Steine

Du sollst keine anderen Emmentaler neben mir haben

Hiebe und Liebe

Hauptsache Wachstum

Deutsche Bahn. Oder: Es stinkt, also müssen wir rasch einen Furz lassen

Blonder Neger

Globalisierung – Der neue Kolonialismus

Laila und Annica

Ein Fischersbursch in Rheda-Wiedenbrück

Unrat vom Sonnenhof

Flüchtlinge im Bioladen

Straßenessen

Sozialismus? Von mir aus

Rote Ampel, Du nervst

Ein Farbiger am Frühstücksbuffet

Monsterbacken im Geländewagen

Du sollst nicht töten – höchstens indirekt

McRefugee

Ein Hoch auf uns – warum?

Deutschland goes wild

Paris – Eine Chance für’s Leben

Ein leises Ploppen bei Thelonious Monk

Gibt es Gott, oder gibt es Gernhardt?

Froher Kleinkragenbärgeburtstag

Jesus und der Durchfall und ein Pferd und die Lasagne

Am europäischen Wesen soll die Welt genesen

Gorgonzola und Mehrzweckhallen

Wie tief steigern wir uns noch?

Karl Marley alias Bob Herl

Ein Fremder in meinem Bad

Whale Watchers

Mein Auto bei Orlando und ich bei Tallahassee

Wie viel Wohlstand denn noch?

Menschenrechtsabgabe

Wannseekonferenz in Koblenz

Alles Fake

Integration und Dosenravioli

Tretbootvermieter sind potentielle Mörder

Der Dream Catcher

Autorenporträt

Über das Buch

Impressum

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Eigentlich … ist alles anders,
als es jemals nie war

Sardinen shoppen

Eigentlich bin ich ja keine Shopping Queen. Obwohl, wenn ich mir so manche Damen in der gleichnamigen Privatfernsehsendung ansehe, könnte ich da in Statur, Grazilität und Elfengleichheit durchaus mithalten. Der dort moderierende Fashionfritze würde dann womöglich säuseln: »Sie ist ein burschikoser Typ, sie kann das tragen.« Aber nun bin ich halt mal – da beißt die Maus keinen Faden ab – ein Mann und selbst als solcher noch überdurchschnittlich einkaufsfaul. Ich verabscheue Läden jedweder Art, einzig in den Lebensmittelabteilungen französischer Supermärkte könnte ich tagelang verweilen. Doch die sind bekanntlich weit weg. Umso befremdlicher finde ich, dass in einschlägigen Umfragen »Shopping« von vielen Deutschen als eine ihrer beliebtesten Freizeitbeschäftigungen angegeben wird. Die Alternative dazu ist »Fun haben«, was ich natürlich für einen noch ausgemachteren Schwachsinn halte.

So kommt es, dass ich ausnahmsweise mal eine Allianz mit den Kirchen eingehe. Die nämlich versuchen beständig, zusammen mit den Gewerkschaften, verkaufsoffene Sonntage zu verhindern. Ich stimme dem Ansinnen zu, natürlich aus vollkommen anderen Gründen. Die Gewerkschaften möchten die Angestellten in den Läden schützen. Die aber werden sechs Tage die Woche ausgebeutet, warum dann nicht auch sieben? Der Ansatz muss doch ein anderer sein. Wer täglich acht Stunden und mehr in Kunstlicht und Klimaanlagenluft stehen muss, kann doch für eine solche Tortur gar nicht genug Geld kriegen. Und die Kirchen? Wer, nur weil ein paar verlorene Rentnerinnen zum Gebet gekrochen kommen, sonntagmorgens mit seinem Gebimmel die halbe Stadt aus den Kojen wirft, braucht mir nicht mit Sonntagsruhe zu kommen. Ich warte sehnlichst auf den ersten Ruf eines Muezzin. Das brächte wenigstens ein wenig Abwechslung und klingt außerdem heimeliger als das martialische Metallgeschepper. Dennoch: Wer gegen verkaufsoffene Sonntage ist, wird in dieser Sache von mir unterstützt.

Meine Gründe aber sind andere. Gehen Sie doch mal in eine beliebige deutsche Innenstadt. Was finden Sie dort? Den gleichen Dreck, von Garmisch bis Flensburg. Die gleiche Saison-Massenware, außerdem Handyläden und Backshops. Ebenso in Kaufhäusern, selbst im hochpreisigen Segment, und in den Supermärkten. Ihr Angebot ist bundesweit identisch, so wie McDonald’s rund um den Globus den gleichen Bulettenmist verkloppt. Warum um Himmels Willen (High, Ihr kirchlichen Kampfgenossen) soll man denn diesen ganzen Kram auch noch sonntags kaufen können? Reicht es denn nicht, wenn Billigtextilien, Elektronikmüll und Fertiggerichte von Montag bis Samstag angeboten werden?

Wenn es anders wäre, ja, dann würde ich gerne auch sonntags einkaufen gehen. Wenn – da sind wir mal wieder in Frankreich – vormittags Fischgeschäfte geöffnet hätten, kleine Metzgereien und Gemüseläden, und wenn Bäcker richtiges Brot aus den Öfen ziehen würden und keine aufgebackenen Chemieklopse. Dann würde es mich aus dem Bette ziehen, hinab in die Stadt. Und ja, die Kirchenglocken würden mich auch nicht mehr stören, denn ich würde sie gar nicht wahrnehmen. Wäre ich doch inbrünstig mit dem Einkauf von Sardinen beschäftigt – und würde das von mir aus sogar »Shopping« nennen lassen.

November 2016

Von Linsen lernen

Eigentlich läuft man ja als Kolumnist ständig Gefahr, sich zu wiederholen. Auch ich. Egal, um welches Thema es geht, ich komme unwillkürlich – auch für mich selbst überraschend – häufig auf die gleiche Weisheit. Sie lautet: Sieh’s doch mal einfach. Um das zu erkennen, muss man nicht gebildet sein, nicht klug und nicht studiert. Ganz im Gegenteil, das verkompliziert und verlängert den Prozess der Erkenntnisgewinnung sogar oft. Bei Unternehmen, die sich für elitär halten, gibt es den despektierlichen Begriff »Putzfrauentest«. Dabei wird ein Produkt – sei es ein Werbespruch, eine Illustrierte, ein Kinofilm oder ein Dosenöffner – einem Menschen einer vermeintlich niedrigeren Kaste präsentiert.

Dessen Meinung findet man dann »interessant, »cool« oder gar »genial«, häufig allerdings, ohne sich daran zu halten. Offen begründet wird dies meist nicht, insgeheim gibt man halt nichts auf das Urteil eines Unreinen. Monate oder Jahre später, wenn das Produkt am Markt scheitert und Millionen an Verlust einfährt, betreibt man eine aufwändige Ursachenforschung – nie jedoch sagt einer der Weisen etwas wie »hätten wir doch damals auf den Halbaffen gehört«, geschweige denn »die Testpersonen waren klüger als wir«.

Dabei ist den sogenannten »Entscheidern« gar nicht mal wirklich was vorzuwerfen. Auch sie sind Menschen, und für die ist es in der heutigen Zeit gar nicht so einfach, normal zu reagieren. So manches Viehzeug trifft ja schon irrationale Entscheidungen, obwohl es noch viel näher an seinen Urinstinkten dran ist als unsereins. Unlängst las ich gar von Linsen, die in die vollkommen falsche Richtungen wuchsen, nur weil man ihnen von dort das Geräusch einer rauschenden Klospülung vorspielte. Wenn nun schon Hülsenfrüchte angesichts der heutigen Verhältnisse Unfug treiben, sind doch wir Menschen erst recht den manipulativen Auswüchsen der modernen Zeiten ausgeliefert.

Andererseits könnte man sagen: Die Linsen waren nicht gewarnt. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie aus Fehlern lernen können. Wenn sie einmal erlebt haben, dass in einer Kloake nur Kackbrühe zu finden ist, werden sie dort nicht mehr hinwachsen und zum Schutz ihrer Nachkommen Toiletten als »No-Go-Area« in ihrer Genetik abspeichern. Das unterscheidet die Linsen von den Menschen. Der nämlich suhlt sich geradezu darin, Fehler zu wiederholen und, nicht nur das, sie sogar noch zu perfektionieren. So müssten wir doch nicht erst seit dem Untergang der Titanic wissen, dass blindes Vertrauen in technische Entwicklungen nicht sehr verantwortlich ist. Was aber geschah? Klitzekleines Beispiel: Unlängst stand ich in einer zum Bersten mit Wurst gefüllten Metzgerei. Kaufen konnte ich davon keinen Zipfel. Der Kassencomputer hatte sich aufgehängt. Erst nach einem Restart kam ich zu meinem Presskopf. Und wie ich auf dieses Thema komme? Och, nichts Besonderes. Es haben nur mal eben einige Computerbuben weltweit Hunderttausende Rechner stillgelegt. Und damit Krankenhäuser, Universitäten, Verwaltungen, Bahnhöfe und Fabriken. Bis zu ihrem Untergang hatte die gesamte Fachwelt die Titanic für unsinkbar gehalten. Vor einem solchen Hackerangriff hingegen wird seit Jahren gewarnt. Und es wird mit Sicherheit nicht der letzte sein – und nicht der größte bleiben.

Mai 2017

Ist Gott ein Hefeklops?

Eigentlich, lieber Gott, schreibe ich ja nie einen Brief an jemanden, den es nicht gibt. Doch was soll’s. An Ostern und Weihnachten machen ja viele mit Dir rum, nun halt auch mal ich. Also, lieber Gott (ich duze Dich mal, das macht ja jeder), also, lieber Gott (aber wenn Dich alle duzen, wieso weiß dann niemand Deinen Vornamen?), egal. Ich fange noch mal an. Also, lieber Gott (da fällt mir ein, manche nennen Dich ja Herr Gott, aber duzen Dich dennoch. Komisch). Also, lieber Gott, was ich Dir schon immer mal sagen wollte: Ich möchte nicht an Deiner Stelle sein. Jetzt mal im Ernst: Du bist doch der Depp für alle und jedes. Das fängt schon an bei Deinem Namen. Manche nennen Dich Gott, andere Mohammed oder Buddha, um nur einige Namen zu nennen. Dir geht es also wie einem Kreppel. So heißt er in Frankfurt, in Berlin aber Pfannkuchen, in Hamburg Berliner, in Bayern Krapfen und in der Pfalz Fastnachtsküchelchen. Dabei ist es nichts weiter als ein Hefeklops. Nein, Gott, nicht zürnen. Ich halte Dich nicht für einen Hefeklops. Mein Name ist schließlich Michael, das kommt aus dem Hebräischen und bedeutet »Wer ist wie Gott« und nicht »Wer ist wie ein Hefeklops«.

Aber zurück zu meinem Ansinnen. Sag mal, drehst Du nicht langsam durch? Wenn ich nur überlege, wer sich nicht alles auf Dich beruft. Da muss man doch kirre werden. Nimm nur mal ein Elfmeterschießen. Da bekreuzigen sich Spieler und bitten um Deinen Beistand. Aber das tun doch viele, sogar die Torhüter. Was machst Du da? Würfeln? Oder im Krieg. Militärpfarrer auf beiden Seiten segnen die Waffen. Und Du arme Sau stehst dazwischen. Oder nehmen wir mal die Vollstreckung der Todesstrafe in den USA. Wenn dort ein Gefangener ermordet wird, wer ist da mittenmang dabei? Ein Priester. Dabei hast Du doch mal gesagt: »Du sollst nicht töten«.

Ich will nun nicht an Deiner Schöpfung herumkritteln. Ich mosere auch nicht über Verspätungen bei der Deutschen Bahn, sondern führe mir vor Augen, was für eine gigantische logistische Aufgabe die jeden Tag bewältigt. Das ist bewundernswert. So sehe ich auch Dein Werk. In nur sechs Tagen eine Welt zu schaffen, das ist eine reife Leistung. Das ist genial bis ins kleinste Detail. Besonders fasziniert mich, wie die Wasseramsel ihr Gefieder einfetten kann. So kann sie selbst in eiskalten Bächen nach Nahrung tauchen. Großartig. Oder der Bärwurzschnaps. Unglaublich, wie der einem hilft, eine Schweinshaxe zu verdauen.

Doch jetzt kommt’s, mein Lieber, Du ahnst es bereits. Ich meine die Sache mit dem Personal. Ich weiß, wie schwer es ist, gute Leute zu kriegen. Aber was sich in Deinen Klitschen da so rumtreibt … Unlängst musste ich die Trauerrede einer blutarmen Pastorin erdulden. Mein lieber Scholli! Thema verfehlt, totenlangweilig, setzen, sechs. Schmallippiges Psalmengeplapper, von Seelsorge keine Spur. Da musste echt was ändern. Was? Das fragst Du mich? Nun, es kommen ja gerade viele Arbeitssuchende ins Land. Oder vielleicht kann ja ein Imam das noch mitmachen? Pfarrer müssen ja keine Christen sein. Ich kenne auch einen veganen Metzger. Aber so? Nee, nee, lieber Gott. Ich sehe da schwarz. Und jetzt höre ich auf, sonst fange ich vor lauter Mitleid noch an, an Dich zu glauben. Adieu, Dein Michael.

Dezember 2012

Bubi Böhmermann und sein Traum vom Ruhm

Eigentlich möchte man sich schon seit Tagen an den Kopf fassen und fragen: »Habt Ihr denn alle einen an der Waffel?« Alle, Ihr alle. Ausnahmslos. Böhmermann vorneweg, Merkel, Erdoğan, das ZDF, die sogenannte »soziale Gemeinde«, Politiker aller Schattierungen, die üblicherweise verdächtigen »Künstler und Prominente«, die auf Knopfdruck den vermeintlichen Untergang der westlichen Werte beweinen. Kopflosigkeit, wohin man auch schaut. Und das nur, weil ein spätpubertierender Hansl mit wüsten Beschimpfungen auf sich aufmerksam machen wollte. Leute, geht’s noch? Und könnt Ihr denn nicht endlich damit aufhören?

Die Sache ist doch denkbar einfach. Ein Mensch hat einen anderen öffentlich beleidigt und gehört dafür abgewatscht. Punkt. Und zwar ohne Ansehen von Rang und Popularität des Betroffenen. Der nun so berühmt gewordene Schwachsinnsparagraph 103 (»Majestätsbeleidigung«) spielt dabei nämlich erst mal überhaupt keine Rolle. Eine Beleidigung ist eine Beleidigung, egal, ob ein ausländischer Politiker geschmäht wird oder Erwin Knopp vom Kiosk vorne an der Ecke. Was Bubi Böhmermann zu dieser Unflätigkeit trieb, ist dabei egal.

Der vormals nur wenigen bekannte Möchtegern-Komödiant hat sich unter einem fadenscheinigen Vorwand arg in Ton und Wortwahl vergriffen. Ganz gleich, ob ein Herr Erdoğan eine menschenverachtende und rassistische Politik betreibt oder nicht – Beleidigungen so weit unter der Gürtellinie gehören gesühnt, erst recht in einer demokratischen Gesellschaft, wie wir sie einem Herrn Erdoğan so gerne vorspiegeln. Zudem bietet dieser Mann eine so riesige Angriffsfläche wie sonst kaum jemand auf diesem Erdenball. Man könnte ihn monatelang mit täglich neuen, berechtigten und beweisbaren Vorwürfen überhäufen und ihn damit ständig wiederkehrend zur Weißglut bringen. Was muss man sich da seines angeblich zu kleinen Geschlechtsteils bedienen? Das ist doch ganz kleines Tennis, Böhmermann, so was war schon auf dem Schulhof albern. Und nota bene: Auch ein Recep Tayyip Erdoğan hat Menschenrechte – und die zu achten ist vörderste Pflicht eines jeden, der ihn gerade wegen der Missachtung solcher an den Pranger stellt.

Ein Profilierungssüchtiger hat Händel mit einem Selbstdarsteller. Dass die Kanzlerin diesen Zwist voreilig und vollkommen unmerkelig hurtig zur Staatssache erklärte, konnte beiden nur recht sein. Ins bizarre Bild passt, dass bei der Sache auch noch ein Paragraph aus der Mottenkiste gezergelt wurde, der so zeitgemäß ist wie die einst zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsmarine erdachte Sektsteuer. Am Ende wird es nur Verlierer geben, so viel ist mal klar. Böhmermann heult schon jetzt memmig rum, Erdoğan hat sich mal wieder zum Affen gemacht und Merkel alles falsch.

Das ZDF gab in seinem geriatrischen Bemühen um mehr Jugendlichkeit sowieso ein tatteriges Bild ab, und die soziale Trauergemeinde, sie wird mit all den »Künstlern und Prominenten« im Gepäck wie üblich weiterziehen zur nächsten Mücke, aus ihr einen Elefanten zu machen. Zurück bleiben zwei Erkenntnisse: Das ganze Leben ist womöglich ein Quiz, aber es ist keine Comedy. Und: Satire darf alles, aber nicht alles ist Satire. Mit mangelnder Meinungsfreiheit hat dies überhaupt nichts zu tun.

April 2016

Betrüger Ernst und seine Würste

Eigentlich wundert mich ja schon lange nichts mehr. Spätestens seit bekannt wurde, dass Ernst ein Betrüger war. Ernst, ein hagerer, wortkarger Mensch, stand immer auf dem Pirmasenser Wochenmarkt mit Schiebermütze und fleckiger Metzgersschürze in einer windschiefen Holzbude hinter einem mit Holzkohle gefüllten, halben Fass und grillte wunderbare Bratwürste. Irgendwann, es mag Anfang der siebziger Jahre gewesen sein, wurde bekannt, dass jener Ernst, dessen Würste uns jeden Samstagvormittag wieder wie eine kleine Offenbarung vorkamen, dass jener Wurstgott bei der Produktion seiner feisten Köstlichkeiten vergammeltes Fleisch verwendet hatte, das er durch die Zugabe von Chemikalien wieder wie neu riechen, aussehen und schmecken ließ. Als ich das erfuhr, brach meine kleine Welt zusammen. Wem sollte ich noch trauen, wenn nicht Ernst und seinen Würsten?

Seit diesem einschneidenden Erlebnis gehe ich mit anderen Augen durch die Welt. Alles, was geschieht, nehme ich mit Langmut hin, zucke mit den Schultern, denke mir »pah, war doch klar, musste ja so kommen«. Und immer wieder finde ich mich bestätigt, im Großen wie im Kleinen. Ferrero ließ die Beigaben für seine Überraschungseier von rumänischen Kindern in die Kapseln füllen? Logo. Die haben ja auch die »Kinderschokolade« erfunden. Außerdem machen wir das doch genauso, indem wir Billigklamotten kaufen, die in Bangladesch gefertigt wurden. Cristiano Ronaldo, Mesut Özil und wohl viele andere Kicker haben Millionen von Steuern hinterzogen? Klar, was denn sonst? Wer von uns Normalbürgern bliebe denn standhaft, wenn die Verlockung so groß wäre? Denn wer hat denn noch nicht versucht, private Bewirtungsbelege oder Tankquittungen in seine Steuererklärung zu mogeln? Oder doch noch eine Stange unverzollte Zigaretten im stinkenden Wäschesack zu verstecken? Apropos Flugreisen. Groß ist das Wehklagen, dass der Frankfurter Flughafen nun Billigairlines Rabatte gewährt und auch ansonsten um mehr Starts und Landungen buhlt. Das, obwohl doch allerorten der fürchterliche Fluglärm beklagt wird. Und was für fürchterliche Arbeitsbedingungen die Beschäftigten der Ryanair doch haben! Ja. Schlimm. Aber eine Fluglinie ohne Fluggäste wäre keine. Also läge es in unserer Hand, den Airport verkümmern zu lassen – indem wir weniger oder gar nicht fliegen. Doch wer ist denn nicht stolz darauf, ein Ticket nach Barcelona für 17 Euro ergattert zu haben? Oder wie gerne spenden wir denn? Gerade jetzt vor dem Fest der Liebe sitzt der Geldbeutel doch erst recht locker. Besonders gerne bedenken wir Tierschutzorganisationen, die sich etwa für Straßenhunde in südlichen Ländern einsetzen, weil die doch von herzlosen Zeitgenossen geschunden und geschlagen werden. Klar, dass wir da was überweisen. Und wenn wir schon auf der Bank sind, gehen wir noch rasch um die Ecke zum Discounter und kaufen ein Kilo Schweinesteaks für 5,55 Euro. Sind gerade im Angebot.

Wie heißt doch der alte Spruch, der gerade in der seligmachenden Weihnachtszeit an immer drolligerer Bedeutung gewinnt? »Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht«. Oder, um auf mein schlimmes Initialerlebnis auf dem Pirmasenser Wochenmarkt zurückzukommen: Sind wir nicht alle ein bisschen Ernst?

Dezember 2016

Trump als Chance – I have a Dream

Eigentlich sollte man ja zuerst vor der eigenen Türe kehren, das tue ich ja auch ständig. Also wage ich mal einen Blick nach draußen, und dort kann einen ja ebenso das kalte Grausen packen. Ungarn auf strammem Marsch nach Rechtsaußen, Österreich am Scheideweg, Polen kurz vor der Wiedereinführung der Inquisition, in Frankreich scharrt der Front National, in der Türkei wächst eine Diktatur, also Ungemach, wo immer man hinsieht.

Und blickt man weiter, hinüber in den fernen Westen, so baut sich dort etwas auf, das sich selbst kühnste Fantasy-Autoren niemals hätten vorstellen können. Ein Angriff Außerirdischer wäre ein Dreck gegen das, was dort im November geschehen könnte. Das Szenario: Ein verwirrter Selbstdarsteller schart mit selbstgebastelten Latrinenparolen die Mehrheit eines riesigen Volkes hinter sich. Donald Trump, die Inkarnation des amerikanischen Albtraums.

Man hat schon viel Gruseliges erfahren über diesen kaputten Gesellen, doch das war erst der Anfang. Es könnte noch viel schlimmer kommen, als die Unken bislang riefen. Allerdings darf sich ein Land, das sich seiner unbegrenzten Möglichkeiten brüstet, nicht wundern, wenn ihm solche Figuren entwachsen. Könnte er doch, so wie er ist, gerade einem Freizeitpark entsprungen sein, in den die US-Amerikaner scharenweise strömen, um beim gespielten Angriff notdürftig als Piraten verkleideter studentischer Aushilfskräfte in kollektive Weinkrämpfe zu verfallen. »Der Ami« lässt sich gerne exzessiv unterhalten, da kommt doch so einer wie Trump gerade recht. Nur, dass der halt echt ist, was viele im Land des großen Fake womöglich noch gar nicht bemerkt haben.

Es kann also entsetzlich werden. Aber wäre ein Wahlsieg des Exzentrikers wirklich so arg? Oder für die USA vielleicht längerfristig so heilsam wie ein Waldbrand für die Vegetation? I have a dream, und der geht so: Kommt Trump wirklich dran, wird es in der Tat erst mal furchtbar. Doch jede Krise birgt eine Chance – und die müsste genutzt werden. So könnte endlich mal wieder eine breite Gegenbewegung entstehen. So wie damals die der Blumenkinder, Beatniks, Black Panther, Schwulen und Gegner des Vietnamkriegs. Es könnte sich eine echte Linke entwickeln, womöglich gar unter Wiedererstarken der einst so kämpferischen »Unions«, der Gewerkschaften. Es könnten wieder Leitfiguren entstehen wie Martin Luther King, Malcolm X, Harvey Milk, Bob Dylan oder Joan Baez. Mein Traum geht weiter. Man könnte wieder verbindlicher werden, sich wirklich achten, also auch die Schwachen in der Gesellschaft und die vermeintlichen Taugenichtse. Man könnte Apartheid und Todesstrafe für immer vergessen machen, und man würde an die gute Sache glauben statt an Götzen wie Gott, Gewinn, Waffen, Fast Food und vermeintlich perfekte Körper.

Es könnte eine ganz andere Gesellschaft entstehen, die einen Trump sich selbst ad absurdum führen lassen würde. Die ihre »unbegrenzten Möglichkeiten« nutzt, um Sinnvolles zu stiften. Und meinetwegen auch schön Verrücktes. Wie wäre es zum Beispiel statt einem Firlefanz wie dem selbstfahrenden Auto mit einem sich selbst aufessenden Hamburger? Der würde unzählige Kinder vor der Fettsucht bewahren. Nur so als Idee, denn wie gesagt: I have a dream.

August 2016

Kommt die Gans, geht die Vernunft

Eigentlich bin ich ja kein Freund von Massenspeisungen und finde mich auch immer wieder bestätigt. Jetzt zum Beispiel ist wieder so was im Gange. Ich sage nur: Gänsebraten. Ja, ich weiß, seit den Zeiten des heiligen Martin ist es Brauch, Gänse zu essen. Also schon sehr lange. Relativ neu allerdings ist, dass diese Gepflogenheit epidemisch auftritt. Jede Firma, jeder Laden, jedes Amt, jede Abteilung, einfach alle gehen Gänse essen. Ständig und unaufhörlich. Kaum ein Lokal ohne »Gänsekarten«, nicht selten werden die Tiere auch »to go« angeboten oder den Gänsegierigen nach Hause gebracht. Ich frage mich nur: Wo kommen all die Tiere plötzlich her? War der Juniorchef wieder am Werk und betrieb eine wundersame Gänsevermehrung? Natürlich nicht. Stattdessen schieben Mäster in Polen, Ungarn, Rumänien und sonstigen einschlägigen Ländern seit Monaten Dauerschichten und stopfen auch noch die letzte klapperdürre Gänsegestalt binnen kürzester Zeit zur Schlachtreife.

Haben Sie sich schon einmal überlegt, was eine einigermaßen vernünftig gehaltene Gans im Einkauf kosten muss? Etwa drei bis vier Mal so viel wie eine fertig gebratene mit Rotkohl, Klößen, Maronen und Soße in einem Mittelklasserestaurant. Umgekehrt ausgedrückt: Für eine rund fünf Kilo schwere Gans, die man guten Gewissens verzehren kann, müsste man in einem Lokal ohne Beilagen etwa 300 Euro zahlen. Wie ich darauf komme? Ganz einfach. Das Tier kostet im Großeinkauf rund 20 Euro pro Kilo, mal fünf macht 100. Das, nach gängiger Gastro-Kalkulation mit drei multipliziert, ergibt besagte 300. Ein Wirt, der weniger verlangt, ist entweder ein Tölpel, oder er verkauft wissentlich geschundene Kreaturen.

Würden die Leute sich das bewusst machen, bliebe ihnen der Schlegel im Hals stecken wie einst Max und Moritz bei der Witwe Bolte. Tun sie aber nicht. Ganz im Gegenteil. Bei dem Gänsewahn machen sogar Menschen mit, die sonst im Leben eigentlich alle sieben Sinne einigermaßen beieinander haben. In der seligmachenden Weihnachtszeit aber scheint Nachdenken außer Kraft gesetzt zu sein. Wenn es alle tun, verliert Vernunft an Relevanz.

Das ist nicht nur bei der Gans so. Ich sage nur: Glühwein. Die Sangria der kalten Jahreszeit. Wenn er nicht heiß wäre, würden ihn die Leute aus großen Eimern mit Strohhalmen saufen. Ich persönlich trinke ihn nie, denn wenn er gut sein soll, muss man dafür einen guten Wein verwenden. Ein guter Wein aber ist viel zu schade für Glühwein. Den trinke ich lieber kalt. Das Gros der Menschheit hingegen wälzt sich mit infantilen Mützen auf dem Kopf über die Weihnachtsmärkte und schüttet dort ein Produkt in sich hinein, das es unter normalen Umständen strikt ablehnen würde, nämlich erhitzten Billigwein mit Nelken, Zimt und Zucker. Das infernalische Hirnhämmern am nächsten Morgen wird dann hingenommen, denn »Glühwein macht Kopfweh«. Nee, Leute, vollkommen falsch. Nicht Glühwein macht Kopfweh, sondern billiger Fusel, egal, ob heiß oder kalt getrunken. Aber sollen sie doch. Wein kann wenigstens nicht leiden – im Gegensatz zu Gänsen. Denen bringt nun auch die Geflügelpest nichts mehr. Denn die meisten sind längst gerupft und gefroren.

November 2016

Mein Freund der Stuhl ist tot

Eigentlich mache ich mir nicht viel aus Dingen. Okay, eine Flasche Wein ist auch ein Ding, doch das ist ein anderes Thema. Ich meine eher schnöde Güter des täglichen Konsums, wie sie in unserer Gesellschaft allzu schnell gekauft und allzu schnell auch wieder weggeworfen werden, so zum Beispiel Elektronisches, Modisches oder Ramschiges. Gleichzeitig bin ich aber auch kein Sammler (den Wein denken wir uns jetzt auch mal wieder weg). So entsorge ich sofort DVDs mit Filmen, die mir nicht gefallen haben. Ebenso verfahre ich mit solchen Büchern, auch wenn ich mir dabei wie ein schurkiger Bücherverbrenner vorkomme. Aber ich werfe sie ja nicht ins Feuer, sondern in die Altpapiertonne und stelle mir dann vor, dass aus ihnen einmal gute Bücher gemacht werden. Bei DVDs habe ich keine Gewissensbisse, denn die haben die Nazis ja meines Wissens auch nicht verbrannt. Ich vernichte diese Dinge übrigens absichtlich und verschenke sie nicht etwa weiter, denn ich finde nicht, dass man ihnen eine weitere Verbreitung angedeihen lassen sollte.

Gleichsam bin ich aber der Überzeugung, dass Dinge eine Seele haben. Auch möchte ich nicht ausschließen, dass ich womöglich als Radiergummi wiedergeboren werde. Ich hoffe nur, als großer, grüner mit weißen Seitenstreifen und nicht als blau-roter. Die mochte ich nie. Ich weiß, es mutet paradox an, Dingen ein Leben zuzugestehen und sie gleichzeitig wegzuwerfen. Aber darf ich denn nicht auch meine Widersprüche haben? Danke, sehr großzügig von Ihnen.

Ich komme auf dieses Thema, weil ich gestern über das vergangene Jahr nachdachte und was mir da so widerfahren ist. Dabei kam mir etwas sehr Trauriges in den Sinn, das ich vollkommen verdrängt hatte. Ich meine nun nicht das Fleischkäsebrötchen, das mir in den Main fiel, während ich auf einer Brücke stand und versonnen auf die Frankfurter Skyline blickte. Das war auch schlimm. Nein, ich meine die Sache mit dem Stuhl. Im Jahre 1984 war ich in seinen Besitz gelangt. Einsam stand er auf dem Flohmarkt, ich kaufte ihn für zwanzig Mark. Ein breiter Holzstuhl im Bauhausstil, womöglich original aus dieser Epoche, doch das war mir egal. Als ich mich so seiner erinnerte, wurde mir wehmütig, und ich öffnete eine Flasche Wein.

Plötzlich purzelten Bilder herbei. 32 Jahre lang war er mir ein treuer Begleiter gewesen. Was wir alles gemeinsam erlebt haben! In acht Wohnungen bot er mir eine Ruhestatt, nie hatte er sich beschwert, sondern langmütig mein Gewicht und meine Marotten ertragen. Er ließ sich von mir mit Wein übergießen, mit Cognac, mit Vinaigrette, mit Wurstwasser und mit Ölsardinenöl. Klaglos. Dann, vor einem guten halben Jahr, begann er zu ächzen. Erst leise, dann immer lauter. Dann fing er an zu wackeln, schließlich löste sich die Sitzfläche auf. Er war alt. Und schwach. Und müde. Irgendwann meinte ich gar, ihn nachts husten zu hören. Dabei hatte er nie geraucht. Aber ich. Hätte ich ihn besser behandeln sollen? Etwa mal leimen? Ich war doch noch so jung.

Den ersten Sperrmülltermin ließ ich verstreichen. Ich konnte ihn nicht rausstellen. Es regnete. Dann nahte der zweite. Ein trockener Tag, die Sonne schien. Wie geschaffen zum Sterben. Glauben Sie mir nun, dass Dinge keine Seele haben?

Januar 2017

Der Herl als Dragqueen

Eigentlich bin ich ja kein Freund von lärmendem Frohsinn. Ich mag keine Polonaisen, keine Stimmungskanonen, keine Animateure, keine Trinkspiele und selbstverständlich keine Karnevalsumzüge. So tut es nicht Wunder, dass mir auch das alljährliche Hupfgedohle beim CSD, dem Christopher Street Day, immer auf die Nerven ging. Was soll der Quatsch, fragte ich mich jedes Jahr, Homosexualität ist doch wie jegliche Sexualität etwas Intimes, außerdem längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Warum dann solche Veranstaltungen? Ähnlich argumentierte ich gegenüber schwulen Freunden, die sich darüber beklagten, dass es in Frankfurt nicht mehr so viele Schwulenkneipen gibt, im Gegensatz etwa zu Köln. »Es ist doch heute selbstverständlich geworden, dass Männer sich lieben und küssen, auch in jedem Lokal. Was braucht es denn da noch eigene Kneipen?«, sagte ich dann immer. Nun denke ich anders. Zwar wird mir das Gehopse nach wir vor auf die Zwiebel gehen, doch mittlerweile finde ich solche Umzüge wichtiger denn je. Leider. Sie sind wie so vieles, von dem man glaubte, es habe sich überlebt, wieder unbedingt nötig. Oder was haben wir früher gelacht über Menschen, die im Halbdunkel Teelichter durch die Walachei trugen und »We shall overcome« sangen. Wir, die wirklich politisch Denkenden, fanden das Pillepalle. Heute sage ich: »Leute, tut es bitte wieder. Geht auf die Straße, möglichst zahlreich und möglichst oft, und nehmt meinetwegen auch wieder Teelichter mit – aber seid präsent, macht auf Euch aufmerksam, mahnt und protestiert.«

Am vergangenen Freitag übertrugen sie im Fernsehen die Bambi-Verleihung. Sie geriet ungewöhnlich. So war fast jeder Redebeitrag ein Appell gegen Fremdenfeindlichkeit. Oliver Masucci, Hitler-Darsteller in Er ist wieder da, sagte in seinem Dankeswort: »Diese braune Soße, die sich durch Europa ergießt, die macht mir Sorgen«, und sogar Jogi Löw entfuhr eine regelrechte Philippika (»Deutschland steht bei uns drauf, Multikulti ist drin«), vor fast fünf Millionen Zuschauern, darunter gewiss nicht wenige, die es angeht, denn eine solche Sendung dürfte bar jeglichen Lügenpresse-Vorwurfs sein.

Nicht lange ist es her, als ich dies für larmoyantes Süßholzgeraspel gehalten hätte, für Gutmenschengetue, für öffentlichkeitswirksames Rumgeheule, und die Anmoderation Jogi Löws durch Schwabenpräsident Winfried Kretschmann wäre mir vorgekommen wie ein Werbeeinspieler für Seitenbacher-Müsli. Vorbei. Alles, was passiert gegen die furchterregenden Entwicklungen in Deutschland, Europa und vielen Teilen der Welt, ist wichtig. Jeder soll das tun, was er kann und was er für richtig hält. Hauptsache, er tut. Ich will und darf nicht mehr bewerten. Wenn eine Partei, die sich demokratisch gibt, die Presse und mithin die Öffentlichkeit von ihrem Parteitag ausschließt, ist es allerhöchste Zeit für Widerstand in allen gesellschaftlichen Bereichen.

So werde ich mich auch nie wieder lustig machen über einen CSD-Umzug. Und, Schwestern und Brüder, wenn es der Sache dient, verspreche ich an dieser Stelle, im nächsten Jahr vorneweg zu laufen – und zwar als Dragqueen, mit Strapsen und stelzengleichen High-Heels. Denn besondere Situationen verlangen besondere Maßnahmen.

November 2016

Tofuhirsche und Lupinenhasen