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Inhalt

[Cover]

Titel

Widmung

Sabina

Warschau, zu Beginn der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts

Pani Sabina

Warschau, zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Dasselbe Treppenhaus

Der Direktor

Das Dekret

Frau General

Flur, Morgenmantel, Nacht

Pani Sabina antwortet und fragt

Der Dichter

Die erste Geschichte des Taxifahrers

Sabina ist erschüttert

Liberty

Die Traktoristin

Das Geheimversteck

Der Taxifahrer gibt sich nicht geschlagen

Eine Münze taucht auf und verschwindet

Der Verehrer

Pan Józef ist zufrieden

Eine Münze verschwindet

Die Parade

Die Schlittschuhläuferin

Der Überfall

Schlechte Nachricht

Der versprochene Tee ist ein Kaffee

Zwei wichtige Anrufe

Der junge Chopin

Der Direktor ist zufrieden

Arkadek ist außer sich

Mein Leben ist ein Buch

Bronisław trifft ein

Die Geschichte des Mädchens

Traurigkeit im Haus

Trotz alledem

Vorbereitungen

Der zweite Besuch

Ruhe

Liebesangelegenheiten

Unruhe

Der zweite und zugleich letzte Besuch

Die Rettung

Fahrstuhl zum Schafott

Spurenbeseitigung

Sich auflösen

Langeweile in der Ankunftshalle

Angst

Arkadiusz fällt zweimal in Ohnmacht

Das Flugzeug ist noch hoch am Himmel

Das Grab

Abwechslung in der Langeweile der Ankunftshalle

Gewollte und ungewollte Schwangerschaft

Die Verhaftung

Hoffnung

Der Sohn

Warschauer Friedhöfe

Heimkehr

Autorenporträt

Übersetzerporträt

Über das Buch

Impressum

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Es ist an der Zeit, darüber zu sprechen.

Zum einen habe ich mich nicht umgebracht, obwohl, zugegeben, nicht viel gefehlt hat. Der naive Autor des Romans Rien ne va plus hat das in etwa so angedeutet: »Der Freitag war noch nicht vorbei, als Bożena ins Badezimmer ging, das sie nicht mehr lebend verließ.«

Zum anderen heiße ich nicht Bożena.

Sabina

Warschau, zu Beginn der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts

Sie soll daran denken, Brot zu kaufen, und sie hat daran gedacht. Die Verkäuferin ist nicht besonders höflich gewesen, aber auch nicht direkt unhöflich. Schon das hat Eindruck gemacht. Sabina versucht mit einem Lächeln zu danken, doch das fällt ihr zu spät ein, und sie lächelt erst, als sich die Tür bereits hinter ihr schließt. Die Beschämung darüber wird sie bis zum Platz der Lubliner Union begleiten.

Im Kino denkt sie jedoch nicht mehr daran, dass sie rot geworden ist. In der Dunkelheit fühlt sie sich sicher. Sie ist dann in einer anderen Welt als der der Bücher – in einer, wie ihre Mutter meint, dummen. Aber in einer, die für zwei Stunden wohltuenden Schutz vor unnötigen Gedanken bietet.

Im Saal befinden sich vielleicht zehn Personen, von denen nur eine ihren Mantel ablegt, ihn aber gleich wieder anzieht. Die Platzanweiserin informiert über die kaputte Heizung in einem Ton, als mache sie den Zuschauern Vorwürfe. Ein weißhaariger Mann, der mit seiner Frau gekommen ist, sagt laut, vielleicht sogar zu laut: »Ist es unsere Schuld, dass kein Koks geliefert wurde? Ihr kassiert das Geld und dann …?« Die Platzanweiserin beeindruckt das überhaupt nicht. »Wem es nicht passt, der kann sich sein Geld an der Kasse zurückholen.« Noch bevor sie allen den Rücken zukehrt und verschwindet, geht das Licht aus. Kurz darauf wird die Leinwand hell.

Sabina mag die Wochenschauen, denn sie verlängern die Vorfreude auf den Film, außerdem kann man erfahren, was in der Welt passiert ist. Der Sprecher berichtet von den Staatsfeierlichkeiten in Moskau, und auf der Leinwand winkt Josef Stalin den unter der Tribüne vorbeiströmenden Massen gütig zu. Ein Meer von Transparenten, die den Frieden preisen. Sportler verschiedener Disziplinen ziehen vorbei. Die Mädchen sind nicht besonders hübsch mit ihren breiten Gesichtern, aber die Männer sind interessant. Ihre Gesichter sind eigentlich nicht schön, aber von der Reinheit eines unbeschriebenen Blatt Papiers. Kugelstoßer und Speerwerfer spannen ihre Muskeln an und lächeln Sabina zu. Sabina bedankt sich, indem sie wieder errötet und ganz erschrocken schaut. Der anschließend gezeigte Erste Start beeindruckt sie schon nicht mehr, vor allem, weil der Film zweimal hängen bleibt und dann das Licht im Saal angeht.

Dann geht sie auf der Marszałkowska-Straße Richtung Hoża-Straße. Die zerstörten Wohnhäuser sind bis vor Kurzem noch gepflegte Gebäude gewesen. Sabina kommt an dem Haus vorbei, in dem sie als junges Mädchen Geigenunterricht hatte. Wie immer, wenn sie hier vorbeigeht, hebt sie den Kopf und schaut zu dem Zimmer hoch, in dem Professor Tarszyc sie unterrichtet hat. Wie das halbe Haus wurde auch das Zimmer von einer Bombe in Schutt und Asche gelegt, doch an einer stehen gebliebenen Wand sieht man noch die Tapete. Darauf war die Frau des Professors besonders stolz, denn ein Cousin des großen Czermański hatte sie für sie entworfen.

Sabina bleibt vor der Auslage eines Schuhgeschäfts stehen und überlegt, ob sie sich nicht für den Frühling braune Pumps kaufen soll. Sie ist nicht eitel, sondern bemerkt nur zufällig ihr Spiegelbild in der Schaufensterscheibe. Sie sieht eine Gestalt, die niemanden interessieren, geschweige denn begeistern kann. Das wandelnde Mittelmaß in einer leichten Jacke, die aus einem Matrosenmantel gefertigt und auf dem Trödelmarkt für das dreizehnte Monatsgehalt gekauft worden ist.

Sieht sie so aus? Man möchte glauben, dass nur der angeborene Mangel an Selbstvertrauen ihrer Schönheit Abbruch tut, denn eigentlich hat sie feine Gesichtszüge. »Versuch doch, mehr zu lachen«, sagt Oma immer. »Dann schauen dich die Jungs gleich anders an.« Der Großmutter soll man glauben, also lächelt Sabina gehorsam. Eigentlich sieht sie keine Veränderung, auch wenn das Lächeln sie tatsächlich jünger macht. Sie ist neunundzwanzig Jahre alt und überzeugt, dass mit dreißig ihre Jugend unwiderruflich vorüber sein wird. Sie glaubt auch, dass alle völlig zu Recht vermuten, dass sie noch nie einen Mann geküsst hat.

Der Bus ist überfüllt? Dann geht sie eben zu Fuß. Vor allem auch, um auf der belebten Straße länger mit sich allein zu sein. In einem der Schaufenster sieht sie ein schwarz-weißes Pepitakleid. Das Dekolleté zeigt zu viel Hals, das Kleid passt auch nicht zu den braunen Schuhen. Zum Glück gibt es keine weiteren Versuchungen mehr, und Sabina gelangt zum Platz der Union. Sie liebt diese unzerstörte Ecke Warschaus, denn sie erinnert an die Stadt von vor ein paar Jahren. Im Krieg haben die Besatzer die modernistischen Mietshäuser in Beschlag genommen, danach die Machthaber des neuen Systems. Dabei bin ich doch keine von denen, denkt Sabina und geht in eines der Häuser. Sie will gerade auf den Aufzugsknopf drücken, als plötzlich eine Stimme von oben ruft: »Sabina, beeil dich …« In den Augen der über das Geländer gebeugten Mutter liegt mehr Sorge als sonst.

Ohne auf den Aufzug zu warten, rennt Sabina die Treppe hoch.

Pani Sabina

Warschau, zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Dasselbe Treppenhaus

Pani Sabina ist mittlerweile hochbetagt. Sie schaut sich selbstbewusst im Spiegel des Aufzugs an und sieht eine alte Frau. Das wollte sie nie sein, also zieht sie es vor, eine gepflegte Dame in einem Tweedmantel und einem braunen Hut zu sehen. Der Hut ist älter als das Mädchen, das gerade in den Aufzug eingestiegen ist. Das Mädchen wäre bereit zu schwören, dass ihre Nachbarin zu sich selbst sagt: »Die Muskeln der Sportler haben mich nicht sonderlich beeindruckt …«

Der Direktor

Sabina schläft vor Aufregung die halbe Nacht nicht. Das passiert immer, wenn sie mit Direktor Barski sprechen soll.

Sie geht den langen Flur zum Chefzimmer hinunter und spürt, wie ihr die Knie zittern. Medizinisch gesehen mag es verwundern, dass sie trotz des Zitterns schneller geht als sonst. Im Sekretariat weiht Pani Krystyna sie in die Geheimnisse des Strickens ein. Der vor einem Monat bestellte Pullover aus beigefarbener Wolle ist schon fertig. Kragen und Manschetten sind dunkelbraun. Oma hat ihr zu dieser Farbkombination geraten. Sie hat einen ähnlichen Pullover im Mädchenpensionat gehabt, den eine Frau gestrickt hat, die auch Krystyna hieß.

»Es ist ganz einfach, Pani Sabina. Sieben linke und sechs rechte Maschen im Wechsel. Und die Manschetten als Strickbündchen …« Krystyna aus dem Sekretariat ist zu allen freundlich, obwohl es offenbar Probleme mit ihrem Mann gibt, der angeblich schon zweimal ohne Grund verhört worden ist.

»Da braucht man wohl viel Geduld …«, Sabina scheint aufmerksam zuzuhören, doch interessiert sie im Moment nur, was Lidia, Barskis zweite Sekretärin, sagen wird, die im Chefzimmer verschwunden ist und lange wegbleibt.

»Aber wer könnte denn mehr Geduld haben als Sie, Frau Redakteurin? Den ganzen Tag über Büchern …«

»Was bin ich Ihnen schuldig, Pani Krysia?«

»Jetzt lassen Sie nur, Pani Sabina. Wo Sie mir doch mit der Arznei geholfen haben. Möge der Pullover Ihnen Gesundheit bringen.«

»Nein, das geht nicht. Sie hatten die Arbeit und müssen dafür bezahlt werden …« In Sabinas Stimme liegt die Überzeugung, dass sie recht hat, und in der Hand das Portemonnaie.

In der Tür des Chefzimmers taucht Lidia auf. Sie ist eines der schönsten Mädchen Warschaus, und Sabina spürt bei ihrem Anblick immer einen kleinen Stich Eifersucht. Doch wenn sie wählen könnte, würde sie statt der Schönheit lieber ihren Mut haben wollen. Lidia hat vor nichts Angst und traut sich sogar, in Anwesenheit des Direktors laut zu lachen.

»Er telefoniert noch, aber du kannst ruhig reingehen. Er hat heute gute Laune.« Sie lässt Sabina durch und schließt die Tür hinter ihr. »Beige steht ihr bestens. Nur grau wäre noch besser …«, sagt sie über den Pullover, den Pani Krystyna in Papier einwickelt.

Du musst gerade was sagen, mit deiner grellen Schminke, will Pani Krystyna antworten, doch sie schweigt lieber.

Das Chefzimmer ist groß, der Weg zum Schreibtisch weit. Sabina ist hier schon als kleines Mädchen mit ihrem Vater gewesen. Sie hat vergessen, in welcher Angelegenheit und warum der Vater sie zu seinem Freund, dem Vorsitzenden der Agrarbank, mitgenommen hat. Aus jener Zeit ist ihr die Erinnerung an den Geschmack von Trüffelschokolade und an den Geruch des Cognacs geblieben, den die Männer tranken. Von den folgenden Besuchen ist ihr nicht nur jedes Wort Barskis in Erinnerung, sondern auch jedes Heben der Brauen.

Der Schreibtisch steht an derselben Stelle wie vor dem Krieg, das Sofa und die Sessel sind näher ans Fenster gerückt. Auf jeden Fall gab es mehr Bücher, auch die Porträts an der Wand sind andere. Piłsudskis Porträt, an das sie sich noch erinnert, fand sie nicht gelungen, denn der Marschall sah darauf sehr furchterregend aus, was er gar nicht war. An die Porträts, die jetzt dort hängen, will sie lieber nicht denken. Der Konferenztisch im Chefzimmer ist neu. Im Juli hat er bestimmt noch nicht hier gestanden.

»Es wäre mir doch sehr recht, wenn ihr mich nicht enttäuscht, Genosse. Wir brauchen das Flugzeug nicht, um Möbel zu transportieren …« Barski telefoniert. Bei Sabinas Anblick lächelt er und zeigt auf einen der Sessel.

Sabina setzt sich und betrachtet eingehend die Schreibtischlampe. Eine spärlich bekleidete Frau aus Bronze hält einen Lampenschirm aus Glas. Dahinter kann sie diesen Mann, der, selbst wenn er flüstert, deutlich zu vernehmen ist, ungestört beobachten.

»Hier geht es um Politik, und zwar nicht nur um Kulturpolitik. Verstehen Sie, was ich meine? Ja, ich warte auf die Bestätigung … Idiot!« Das letzte Wort sagt er, nachdem er den Hörer bereits auf die Gabel geknallt hat. Erst jetzt schaut er sie an und lächelt, wie nur er es kann. »Was haben Sie für mich, Frau Redakteurin?«

Er erhebt sich von seinem Platz und setzt sich ihr gegenüber in den Sessel. Er ist nicht groß, doch gehört er zu den Menschen, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So stellt sie sich Napoleon Bonaparte vor, nur dass Barski keine gewichtige Miene aufsetzt und seine Hand nicht vor der Brust hält. In dem zerknitterten Jackett und dem Hemd mit dem angeknöpften Kragen sieht er heute aus wie William Somerset Maugham, der Schriftsteller, dessen Bild auf ihrem Schreibtisch steht.

»Nichts Wichtiges. Die Personalchefin hat entschieden, dass wir beim nächsten Umzug in Turnkleidern gehen …«

»Das ist eher eine Direktive von oben. In einem gesunden Geist ist ein gesunder Körper, oder vielleicht auch umgekehrt. Wir, die wir die Bildung fördern, müssen zeigen, dass wir bereit sind zu körperlicher Ertüchtigung. Irgendwie komisch, aber eigentlich normal, meinen Sie nicht?«

»Nur dass wir aus der Lyrikredaktion als Figurenläuferinnen mit Schlittschuhen auftreten sollen …«

»Das war mein Vorschlag. Was ist denn Lyrik anderes als das Gleiten über Wolken? Ich dachte, ich tue Ihnen damit etwas Gutes. Sie sind jung, hübsch, in einem kurzen Rock können Sie wunderbar aufblühen …«

»Aber Herr Direktor, ich kann gar nicht Schlittschuh laufen …« Sabina spürt, dass sie errötet, und ihr Gefühl trügt sie nicht. Außerdem weiß sie, dass sie das Gespräch falsch begonnen hat, denn nicht deshalb ist sie gekommen.

»Na und? Die Schlittschuhe tragen Sie doch um den Hals.«

»Mit Laufen habe ich etwas Erfahrung, vielleicht tun es auch genagelte Turnschuhe?«

Barski erhebt sich und streicht ihr ungläubig über die Wange.

»Mein Kind, wenn wir nur in allem so ehrlich sein könnten … Aber wer kennt sich besser mit Metaphern aus als Sie? Alle Umzüge und Aufmärsche sind doch in gewissem Sinne nur Theater …« Nach diesen Worten zögert er kurz, und Sabina stellt fest, dass ihm auch das gut steht. »Gespielt für eine gute Sache, versteht sich. Sie spielen einfach die Rolle eines sportlichen Mädchens, während ich verspreche, auf der Tribüne den Weisen zu spielen. Und sehe ich dabei wie ein Weiser aus?«

»Ja. Und Sie sind einer.« Schon lange war sie nicht mehr so überzeugt, dass sie recht hat.

»Gut, dass ich es wenigstens in Ihren Augen bin.« Barski erhebt sich und geht in dem Zimmer auf und ab. Sie weiß, dass er sie jetzt fragen wird, weshalb sie wirklich zu ihm gekommen ist. »Und was ist mit unserem großen Dichter? Weiß er schon, dass wir ihn nicht herausgeben können, wenn er sich nicht zu kleinen Änderungen entschließt? Bleiben Sie sitzen, ich gehe einfach gerne herum. Eine Angewohnheit aus der Haft.«

»Er will morgen kommen, um zu hören, wie Sie entschieden haben.«

»Pani Sabina, wenn das alles nur an mir läge, dann hielte ich es für unseren größten Erfolg, diesen Dichter in unserem Programm zu haben … Die internationale Situation ist aber nun einmal so, wie sie ist, überall lauern Feinde …« Obwohl er das ohne Überzeugung sagt, klingt er überzeugend. Dann wechselt er nur scheinbar das Thema. »Haben Sie auch, wie dieser Wodzicki, im Aufstand gekämpft?«

»Ich hab es nicht geschafft … Das heißt, ich wollte nicht …« Sabina weiß nicht recht, was sie sagen soll.

»Egal. Als Warschauerin hätten Sie jedenfalls kämpfen können. Ich meine, wir müssen ihm mehr Wohlwollen entgegenbringen. Ich weiß, Sie können gar nicht unfreundlich sein, aber es geht um das Gefühl der Verbundenheit zwischen den Generationen.«

»Immer wenn er kommt, biete ich ihm Tee an, das letzte Mal habe ich sogar Kuchen von zu Hause mitgebracht.«

»Ah, genau, zu Hause … Wenn Sie den Dichter aus unserem ehrwürdigen Gebäude nach draußen bringen würden? Ihn vielleicht sogar nach Hause einladen? Der Verlag kommt für alle Kosten auf …«

»Das ist nicht nötig, Herr Direktor. Die Gelegenheit, so jemanden einzuladen, ist ein Vergnügen und eine Ehre. Ich weiß nur nicht, ob er einverstanden sein wird.«

»Wenn ich ihn einlade, kommt er bestimmt nicht, aber vielleicht zu Ihnen? Bestimmt finden Sie gemeinsame Themen. Dieser herrliche Mensch muss überzeugt werden, dass er weiterkommt, wenn er nur einen kleinen Schritt zurückgeht … Wir machen aus ihm einen großen Dichter … Erzählen Sie ihm nur, welche Schriftsteller sich entschieden haben, bei uns verlegt zu werden.«

»Jeder kennt sie.«

»Man kann das nicht oft genug wiederholen. Alle unsere Hoffnungen liegen bei Ihnen, Sabinka.«

Unvermittelt tritt Barski näher und streicht ihr über das Gesicht. Er macht das so natürlich, als berühre er eine Blume. Für einen langen Augenblick hört Sabina auf zu atmen. Als sie wieder zu sich kommt, führt Barski sie gerade zur Tür, ja, er geht sogar mit ihr ins Sekretariat. Die Sekretärinnen schauen von ihren Schreibtischen auf.

»Und lächeln Sie doch öfter.« Barski gibt selbst ein Beispiel, wie das gemacht werden soll, und schaut die Sekretärinnen an: »Denkt bitte daran, für Pani Sabina bin ich immer zu sprechen, selbst dann, wenn ich für niemanden da bin …« Er verschwindet im Chefzimmer.

Lautlos applaudiert Krystyna der verlegenen Sabina. Lidia beugt sich über ihre Papiere, als wäre sie unzufrieden. Sabina vergisst vor Aufregung, für den Pullover zu bezahlen. Sie wird deshalb wieder schlecht schlafen.