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Inhalt

[Cover]

Titel

Wie ein Schatten sind unsere Tage

Widmung

Einführung

Das Frankfurter Westend

Eine Wand gibt ihr Geheimnis preis

Einundzwanzig Jahre später

Meier Grünbaum

Elise Kleemann

Meier und Elise Grünbaum
1890–1920

Meier und Elise Grünbaum
1920–1942

Meier Grünbaums Klagen

Samuel Kleemann

Bildteil I

Erna Kleemann und Albert Wolff

Wilhelm Kleemann

Herta Schloss
geb. Kleemann und Moritz Schloss

Max Stein

Bildteil II

Max Lomnitz

Bernhard Lustig

Erna Pommer
geb. Seliger

Amalie Vorchheimer,
geb. Stein und Adolf Vorchheimer

Das Jüdische Nachrichtenblatt

Anhang

Glossar

Literaturverzeichnis

Bildnachweise

Quellenangaben

Namenregister

Danksagungen

Stammbäume

Impressum

Kurzbeschreibung

Autorenporträt

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Gewidmet den Nachkommen von Elise und
Meier Grünbaum: Familie Oliver Stanton und
Familie Ludwig Hugo Stein, New York

Einführung

Anlass, dieses Buch zu schreiben, war ein Fund, der mich vor vielen Jahren zutiefst erschütterte.

Im wahrsten Sinne des Wortes fielen mir Briefe vor die Füße, die Verwandte an ein jüdisches Ehepaar geschrieben hatten, das zu alt und zu entkräftet war, um die Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland noch wagen zu können.

Die sehr persönlichen Briefe erzählen von Hoffnungen und Sorgen, von Vorbereitungen auf die Flucht nach Amerika, auch von den schwierigen Umständen der Reise dorthin.

Die dort Angekommenen berichten dankbar und staunend über ihre neue Heimat in New York, verschweigen aber nicht die täglichen Probleme, die das Leben dort mit sich brachte, und ihre Sehnsucht nach der verlorenen europäischen Kultur.

Aus den Briefen und Karten der in Deutschland Zurückgebliebenen spricht die verzweifelte Tapferkeit, mit der sie ihr so unwürdig gewordenes Leben zu meistern versuchten, stets begleitet von der Furcht vor der Verfolgung.

Aus den gefundenen Dokumenten und Zeitungen lässt sich das Ausmaß der Demütigungen und der Menschenverachtung erkennen, denen Juden in Deutschland nach 1933 ausgesetzt waren.

Im Laufe der Zeit reifte mein Entschluss, die Geschichte dieser großen Familie, die inzwischen fast zu meiner eigenen geworden war, dem Vergessen zu entreißen, sie zu erforschen und zu dokumentieren.

Eine sehr gute Zusammenarbeit mit zahlreichen Archiven und privaten Forschern, denen ich meinen besonderen Dank aussprechen möchte, ermöglichte es mir, die Verfasser der Briefe zu finden und vieles aus ihrem Umfeld in Erfahrung zu bringen.

Einsichtnahmen in Entschädigungsakten gaben Aufschluss über den unverschämten Raub ihres Vermögens.

Das Studium der Gesetze zur Judenverfolgung zwischen 1933 und 1945 verdeutlicht den Alltag jüdischer Menschen, der von den eskalierenden Repressalien der Nationalsozialisten geprägt war.

Dieser Alltag kann für Leser nur vorstellbar werden, wenn sie um die einschneidenden Gesetze wissen, die in ihrer Grausamkeit und Bösartigkeit nicht zu überbieten sind und immer unfassbar bleiben werden. Nur die für die Biographien relevanten habe ich dort eingeflochten.

Das gefundene Konvolut übergab ich dem Institut für Stadtgeschichte der Stadt Frankfurt am Main. Dort ist es jetzt für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich.

Die vorliegende Dokumentation entstand in Absprache mit dem Institut, dem ich für Hilfe und Unterstützung sehr dankbar bin.

Inge Geiler

Das Frankfurter Westend

Im Frankfurter Westend, in dem seit seiner Entstehung sehr viele jüdische Familien lebten – und heute wieder leben –, habe ich das Konvolut gefunden und beginne deshalb mit einer Beschreibung dieses Frankfurter Stadtteils.

Traditionell gilt das Westend als eines der vornehmsten Wohnviertel der Stadt. In dem ehemals ländlichen Gebiet zwischen dem Dorf Bockenheim und der Innenstadt, die von einem Festungsgürtel umgeben war, entstanden um 1770 die ersten Landhäuser mit parkähnlichen Gärten.

Hier hatte die Stadt Frankfurt einer wirtschaftlich bedeutenden Bevölkerungsschicht – Immigranten und religiösen Minderheiten, denen der Senat das Bürgerrecht verweigerte – erlaubt, sich niederzulassen.

Immer mehr wohlhabende jüdische Familien ließen sich an der Bockenheimer Landstraße große Villen erbauen, darunter viele, denen es im mittelalterlichen Ghetto zu eng geworden war, wie die berühmte Bankiersfamilie Rothschild, die schon seit dem 16. Jahrhundert in Frankfurt ansässig war. An der Bockenheimer Landstraße 10 erwarb Amschel Mayer Freiherr von Rothschild im Jahr 1816 ein Gartenhaus, das zu einem klassizistischen Palais umgebaut wurde. An das große Palais schloss sich ein weiträumiger Park an, der sich bis zur damaligen Stadtgrenze am Opernplatz ausdehnte und heute noch als Rothschildpark existiert. An die eindrucksvolle Ruine aus rotem Sandstein, die, nach der Zerstörung des Palais im Zweiten Weltkrieg, in den 1960er Jahren noch stand, erinnere ich mich noch sehr gut.

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1 Frankfurt, Rothschild-Palais, Bockenheimer Landstraße 10

Die alte Stadtbefestigung aus dem Jahre 1650 wurde, nach einem Beschluss des Rats der Stadt, zwischen 1806 und 1818 geschleift, und auf ihren Grundmauern entstanden Grünflächen. Diese »Wallanlagen« dürfen bis zum heutigen Tag nicht bebaut werden. Durchbrochen wurden sie nur von den Straßenführungen in die nun entstehenden neuen Wohnviertel am Rande der Innenstadt.

Die Bockenheimer Landstraße, gesäumt von prachtvollen Villen, wurde auf ihrer ganzen Länge mit Kastanien bepflanzt und so zu einer der schönsten Straßen der Stadt. »Die Straße der Millionäre« wurde sie im Volksmund genannt.

1811 wurden den Frankfurter Juden, gegen eine hohe Ablösesumme, die Bürgerrechte zugesprochen.

Eine planvolle Erschließung des Westends begann erst nach 1850. Es entstanden prunkvolle Wohnhäuser im Stil des Historismus, bis die Bebauung um 1900 den Grüneburgpark und den daneben liegenden Palmengarten (eröffnet 1871) erreichte. Viele gut situierte Mitglieder der großen jüdischen Gemeinde Frankfurts waren in das elegante neue Wohnviertel gezogen. Nach dem Entwurf des Architekten Franz Roeckle ließ die liberale Gemeinde in den Jahren 1908–1910 eine große Synagoge an der Freiherr-vom-Stein-Straße erbauen, flankiert von einem mehrstöckigen Verwaltungsgebäude und einer Schule.

Die feierliche Einweihung der Synagoge fand am 28. September 1910 statt, in Anwesenheit des Regierungspräsidenten, des Frankfurter Oberbürgermeisters Dr. Franz Adickes und zahlreicher Repräsentanten aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft.

In strengem Jugendstil erbaut, mutet die Synagoge Beth Hamidrasch sehr orientalisch an mit ihrer gewaltigen Kuppel über dem Gebetsraum, den verschachtelten Dächern, den hohen Giebeln der Eingangshalle, wo aus runden Medaillons der stolze judäische Löwe hervortritt, die Gesetzestafeln in den mächtigen Pranken haltend.

Durch einen geduckten Kuppelvorbau betritt man den Vorhof mit dem eindrucksvollen Löwenbrunnen aus weißem Marmor, um von hier aus in die Synagoge zu gelangen.

Der Anblick des reich geschmückten Innenraums ist überwältigend. In den 1990er Jahren unter der Leitung des Architekten Henryk Isenberg fast originalgetreu restauriert und am 28. August 1994 mit einem großen Festakt wieder eingeweiht, bewundert man die Ausstattung im ägyptisch-assyrischen Stil. Säulen mit ausladenden Kapitellen tragen die Frauenempore, die geschmückt ist mit einem hohen Fries in den Farben Grün, Rot und Gold. Die Marmorwände erstrahlen in einem zarten goldenen Gelb, zusammengefügt aus Tausenden von dreieckigen Mosaiksteinen, die sich zu Davidsternen formen. In dieser Art ist auch die hohe Kuppel bemalt, deren zartes Blau sich nach unten kräftig verdunkelt und so alle Blicke nach oben zieht.

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2 Frankfurt, Westend-Synagoge an der
Freiherr-vom-Stein-Straße (um 1910)

Das prachtvolle Gotteshaus war bis 1938 Zentrum jüdischen Lebens im Frankfurter Westend. Wie eine mächtige Festung liegt es zwischen den nahestehenden Häusern, die ihm in der Pogromnacht vom 09./10. November 1938 Schutz boten vor der totalen Zerstörung. Zwar wurde im Betsaal Feuer gelegt, doch es wurde auf Anordnung gelöscht, um ein Übergreifen der Flammen auf die umliegenden Wohnhäuser zu verhindern.

Der Exodus jüdischer Bürger aus Frankfurt hatte bereits im Jahr 1933 begonnen. Die frei werdenden luxuriösen Westendwohnungen wurden von höheren Beamten der nationalsozialistischen Stadtverwaltung vereinnahmt. So bewohnte z. B. der damalige Frankfurter Oberbürgermeister, Staatsrat Dr. Friedrich Krebs, die zweite Etage des Hauses Freiherr-vom-Stein-Straße 11.

Nach der von den Nazis sogenannten »Reichskristallnacht« setzte sich die Flucht jüdischer Familien aus Frankfurt verstärkt fort. Andere wurden aus ihren Wohnungen vertrieben und im Osten der Stadt angesiedelt, wo eine bessere Kontrolle durch die NSDAP möglich war.

Das Westend und andere Wohngebiete sollten »entjudet« werden, um verdiente »Arier« einziehen zu lassen. Das gelang nicht ganz. Einige der großen Westendhäuser, die in jüdischem Besitz waren, blieben von dieser »Entjudung« vorläufig verschont. Den Bewohnern wurde allerdings auferlegt, so viele Juden wie möglich in ihren Räumen aufzunehmen. Auf diese Weise entstanden hier Pensionen, so auch die »Pension Nussbaum« in der Liebigstraße 27B, von der noch die Rede sein wird.

In den letzten Kriegsjahren, zwischen 1943 und 1945, legten die schweren Bombardements der Alliierten große Teile der Stadt Frankfurt in Schutt und Asche. Das Westend blieb von der Zerstörung weitgehend verschont. Die noblen Wohnhäuser, zwischen 1870 und 1930 erbaut, überstanden die Bombardements ebenso wie die Synagoge, die als einzige der Frankfurter Synagogen erhalten blieb.

Die wenigen Frankfurter Juden und die aus dem Osten zugewanderten über fünftausend ehemaligen KZ-Häftlinge oder Zwangsarbeiter, die den Holocaust überlebt hatten, feierten im ausgebrannten Betsaal bereits am 12. September 1945 einen ersten Notgottesdienst.

Nach einer einfachen Wiederherstellung wurde die Synagoge am 6. September 1950 neu eingeweiht und erneut zum Mittelpunkt des wieder erwachenden jüdischen Lebens in Frankfurt.

Seit ich 1957 nach Frankfurt kam, wohne ich in einem der schönen alten Westendhäuser, in unmittelbarer Nähe zur Synagoge. Die von Lindenbäumen gesäumte Liebigstraße verläuft parallel zur Freiherr-vom-Stein-Straße, und der ehemalige Altkönigplatz, eine schon in früherer Zeit gepflegte Grünanlage, liegt auf dem Weg dorthin.

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3 Frankfurt, Liebigstraße 27B,
letzte Wohnung von Meier und Elise Grünbaum

Zu dieser Zeit hatte die Aufarbeitung der Geschichte des »Dritten Reichs« und seiner Gräueltaten bereits begonnen und löste Erschütterung und tiefes Entsetzen in großen Teilen der Bevölkerung aus.

Vor diesem Hintergrund interessierte mich zunehmend, was sich in meiner direkten Umgebung zutrug, wie jüdisches Leben in Frankfurt wieder erwachte. Ich beobachtete fromme alte Männer, die am frühen Morgen zum Gebet gingen, oft zu zweit, in Gespräche vertieft; junge Mütter oder Großmütter, die ihre Kinder und Enkel zum Kindergarten oder zur Schule brachten, und Familien, die sonntäglich gewandet zu den Feiertags-Gottesdiensten spazierten. Besonders beeindruckten mich die immer zahlreicher werdenden jungen Thoraschüler, die im offenstehenden schwarzen Kaftan, mit flatternden Gebetsschals über den weißen Hemden, zur Synagoge eilten. An ihren breitkrempigen schwarzen Hüten konnte man sie schon von Weitem erkennen.

In den 1960er Jahren kehrten viele ältere Frankfurter Juden, die ihre Heimatstadt unter der Herrschaft der Nationalsozialisten verlassen mussten, aus der Emigration zurück. Sie lebten wieder in ihrer altvertrauten Umgebung, wo sie in Ruhe ihren Lebensabend verbringen wollten. Die Remigranten kamen aus Palästina, England, Chile, Argentinien, Brasilien usw., und einige von ihnen habe ich kennengelernt. Sie erschienen mir in bewundernswerter Weise unbefangen, liebenswürdig und freundlich. Hin und wieder sprachen sie von den ersten schweren Jahren in der Emigration, vom Verlust ihrer Angehörigen in den Konzentrationslagern, von den früheren guten Zeiten in Frankfurt – doch über den Alltag im NS-Staat und die Umstände ihrer Flucht aus Deutschland sprachen sie nie. Nachzufragen wagte ich damals nicht, denn im Gegensatz zu ihnen war ich sehr befangen durch die große Scham über das, was während meiner Kindheit in Deutschland geschehen war.

Unter dem Eindruck solcher Begegnungen begann ich darüber nachzudenken, welche Geschichten das denkmalgeschützte Haus, in dem ich lebe, wohl erzählen könnte.

Erbaut wurde es in den Jahren 1904/1905 von den Architekten Beck & Grünewald für den jüdischen Kaufmann Adolf Fath.

Was haben diese Mauern gesehen? Was ist in diesen Räumen geschehen? – Viele Jahre später sollte ich einiges darüber erfahren.

Eine Wand gibt ihr Geheimnis preis

Liebigstraße 27B, erste Etage. Ein strahlend schöner Sommertag im August 1986.

Handwerker waren mit Sanierungsarbeiten beschäftigt. In meinem Wohnzimmer musste ein Kabel verlegt werden, das hinter einer hölzernen Wandverkleidung unter dem Fenster durchgezogen werden sollte. Plötzlich stießen die Elektriker auf einen Widerstand, dem sie mit einem Schraubenzieher beikommen wollten. Als ich dazukam, sah ich kleine Zettel und Zeitungsschnipsel verstreut auf dem Boden liegen.

Spontan hob ich einen der Zettel auf und las auf der Rückseite einer Zahlkarte: »Leute ich bin ja so unglücklich, zu unglücklich bin ich«, in ungelenker Schrift mit Bleistift geschrieben. Dann ein weiterer Zettel: »Leute was soll ich nur machen, mir ist so entsetzlich schauderhaft« und ein dritter: »Leute ich bin zu zu unglücklich ich wollte ich wäre nicht zur Welt gekommen«. Klagerufe eines Menschen in tiefster Not. Textfragmente und Schrift der Zeitungsschnipsel deuteten auf die nationalsozialistische Zeit hin und ein klein zusammengefalteter Brief, mit der Maschine auf Luftpostpapier geschrieben, berichtete von Flucht.

Blitzschnell war mir klar, dass ich einen seltenen Fund gemacht hatte und ließ die Arbeit abbrechen, um weitere Zerstörungen zu verhindern. Was immer hier versteckt war, es musste behutsam geborgen werden!

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4 Frankfurt, Liebigstraße 27B,
Fundort hinter der Heizung

Es erforderte viel Geduld und Konzentration mit einer schmalen, gebogenen Zange Stück um Stück aus dem etwa 4 cm schmalen Spalt zu fischen, der auch oben, unter dem abgenommenen Fensterbrett, nicht breiter war.

Am Ende lagen auf dem Fußboden 47 Briefe, einige Fotografien, 8 Postkarten, über 50 Dokumente und 6 zusammengeknüllte Ausgaben des Jüdischen Nachrichtenblatts von Mai bis Juli 1942. Diese Zeitung wurde, wie ich später herausfand, unter strengster Gestapo-Zensur für die jüdischen Kultusgemeinden gedruckt und enthielt alle Verordnungen der Regierung, mit denen man die jüdischen Bürger demütigte, drangsalierte und quälte. Die Kultusgemeinden gaben diese Verordnungen in Kurzform, mit Schreibmaschine geschrieben, an ihre Mitglieder weiter, z. B. die Information über die Ausgangssperre ab 20 Uhr.

Fassungslosigkeit, lähmendes Entsetzen hatte mich erfasst. Der sonnendurchflutete Raum, in dem ich bisher so unbeschwert gelebt hatte, schien sich zu verfinstern, sich in einen Ort des Schreckens zu verwandeln.

Plötzlich war er beherrscht von raunenden Schatten, die Kunde gaben vom Leid der Juden unter der nationalsozialistischen Verfolgung.

Mit zitternden Händen nahm ich einen der maschinengeschriebenen Briefe aus New York und las, was Max Stein am 23.07.1941 unter anderem schrieb:

»Meine Lieben […] wir hatten beabsichtigt die Ausreise für Euch, meinen Schwiegervater und Tante Erna über Kuba einzuleiten, aber Kuba ist vorerst geschlossen.«

Am 10.11.1941 schrieb er:

»Man wird das Leben nicht froh, wenn man so hilflos dasteht und nicht helfen kann. … Ja liebe Tante, ich habe mir Eueren Lebensabend auch anders gedacht und wollte Euch wie die eigenen Eltern beschützen und behüten. Aber wie sehr hat man sich verrechnet und steht so machtlos da.«

Eine Postkarte aus Frankfurt vom 20.05.1942 lautet:

»Sehr geehrte Frau Grünbaum. Bedaure Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich Ihnen kein Essen mehr geben kann, da wir von hier weg müssen. Hochachtungsvoll S. Wolf, Baumweg 35«

Sie war adressiert an Herrn und Frau Grünbaum, Liebigstraße 27B.

Nun wusste ich, wer die Empfänger der Briefe waren – ein altes jüdisches Ehepaar, das hier offensichtlich in sehr großer Not und tiefster Verzweiflung gelebt hatte.

Die flehenden Hilferufe: »Ich bin schon so alt 80 Jahre gewesen, hätte ich dann nicht schon längst gestorben können sein. Mir ist ganz schrecklich zumute, ich weiß garnicht mehr was ich anfangen soll« oder »Ich kann es nicht mehr aushalten, wenn ich nicht geboren wäre. Ich bin zu zu unglücklich« stammten von Meier Grünbaum, wie sich später herausstellte.

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5 Meier Grünbaum »Ich bin schon so alt 80 Jahre gewesen …«

Vorsichtig nahm ich alles vom Boden auf. Das dünne Briefpapier war ausgetrocknet und stark zerknittert, die Schrift stellenweise durch Wasserflecke zerstört. Festeres Papier war vergilbt, fast braun, und das billige Zeitungspapier fest zusammengebacken und so brüchig, dass man es nicht mehr auseinanderfalten durfte, es wären nur noch Brösel übrig geblieben.

Vierundvierzig lange Jahre war das alles versteckt, die letzten dreißig Jahre noch der abstrahlenden Wärme einer neu installierten Heizung ausgesetzt, was zu dem erbärmlichen Zustand führte.

Völlig verstört pustete ich Staub und Spinnweben ab und ordnete den Fund während der folgenden Tage.

Ich studierte die einfacher zu lesenden Briefe, las in Erlassen und Dokumenten und betrachtete die wenigen Fotos mit zunehmender Erschütterung und tiefem Mitleid für die vom Schicksal so schwer geschlagenen Menschen. Die Briefe bündelte ich nach Handschriften, die zum Teil sehr schwer zu entziffern waren.

Eine intensive Beschäftigung mit dem aufwühlenden Fund war mir damals nicht möglich, zu sehr war ich gefordert durch persönliche und berufliche Verpflichtungen.

So beschloss ich, das Konvolut sorgfältig zu verpacken und es vorläufig im kühlen, trockenen Keller zu deponieren.

Meier und Elise Grünbaum blieben dennoch unsichtbare Gäste in meinem Wohnzimmer.

Einundzwanzig Jahre später

Über zwanzig schwierige Jahre waren vergangen, in denen ich weder die Zeit noch den Mut gefunden hatte, mich mit dem traurigen Nachlass von Meier und Elise Grünbaum zu befassen.

So betrachtete ich es als einen Wink des Schicksals, als sich im Sommer 2007 die »Initiative Stolpersteine«, in Gestalt ihres Frankfurter Vorsitzenden, Herrn Hartmut Schmidt, meldete. Er legte eine Liste mit den Namen von siebzehn ehemaligen jüdischen Hausbewohnern vor, die zum Teil von hier aus deportiert und ermordet worden waren. Für neun von ihnen sollten vor dem Haus Stolpersteine verlegt werden, darunter waren auch Moses, Erna und Heinz Walter Nussbaum. Auf meine Frage »Und wo stehen Meier und Elise Grünbaum?«, sah er mich erstaunt an. Ich berichtete ihm von meinem Fund.

Mit Hilfe der Datenbank des Jüdischen Museums, in der die Namen und Herkunftsorte aller aus Frankfurt deportierten Juden verzeichnet sind, ließ sich schnell klären, dass die Grünbaums lange in Wiesbaden gelebt hatten. An sie sollte dort, vor dem Haus Bismarckring 27, erinnert werden.

Noch am gleichen Tag holte ich den lange gehüteten »Schatz« aus dem Keller, der mich so oft stumm gemahnt hatte.

Zögernd öffnete ich die Verpackung, fürchtete eine Wiederholung des Erschreckens von damals. Doch als ich die Briefe zur Hand nahm, erschienen sie mir vertraut, und ich war nun über viele Wochen damit beschäftigt, die Handschriften zu entziffern.

Aus meinem tiefen Mitleid erwuchs eine von Brief zu Brief stärker werdende Zuneigung zu diesen mir unbekannten Menschen, die aus dem Nichts aufgetaucht waren und die, trotz ihrer schweren Schicksale, ihre Seelen nicht verloren hatten.

Ich begegnete einer großen Familie, die in liebevoller Anhänglichkeit einen regen Schriftwechsel mit Meier, besonders aber mit Elise Grünbaum, pflegte – und Dokumenten, die das dramatische Leben des Ehepaares während des »Dritten Reichs« bis zum bitteren Ende belegen.

Tief hatte ich mich während der Beschäftigung mit den Briefen auf die Familie der Grünbaums eingelassen, zu tief, als dass ein Zurück noch möglich gewesen wäre. Jetzt wollte ich sie kennenlernen, Meier und Elise Grünbaum und ihre Verwandten, sie dem Vergessen entreißen.

Doch wie waren sie zuzuordnen, die vielen Namen, welche Lebensumstände verbargen sich hinter ihnen?

Eine mühevolle Spurensuche begann, doch nicht alle Recherchen verliefen erfolgreich. So muss das eine oder andere leider offen bleiben.

Quellenangaben

Das Frankfurter Westend

Denkmaltopographie Stadt Frankfurt am Main
Herausgegeben vom Magistrat der Stadt Frankfurt am Main
Untere Denkmalschutzbehörde 1986

Institut für Stadtgeschichte der Stadt Frankfurt am Main

Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main, Herr Michael Lenarz.
Tel. Mitteilungen

Meier Grünbaum

1 Institut für Stadtgeschichte Frankfurt, Nachlass Grünbaum
»Reichsstelle für Sippenforschung«, Schreiben vom 19.11.1940

2 Stadtarchiv der Kreisstadt Eschwege
Standesamt Gemeinde Wehretal
Schriftl. Mitteilungen Herr Dr. Karl Kollmann, Herr Schimmelpfennig 14.02.2008

3 »Der Israelit«, Wochenzeitung vom 30.12.1897
Internet http://www.alemania-judaica.de/geisa-synagoge.htm

4 Standesamt Geisa, Archiv Frau Sylvia Möller, 20.02.2008
Auszüge aus Steuerlisten

5 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Sterberegister Eschwege 1825–1939

6 Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, Frau Johannes
»Juden in Thüringen 1933–1945. Biographische Daten«

7 a. a. O.

Elise Kleemann

1 Rolf Kilian Kiessling, »Juden in Forchheim. 300 Jahre jüdisches Leben in einer kleinen fränkischen Stadt«. Verlag Kulturamt Landkreis Forchheim 2004. S. 98

2 Staatsarchiv Würzburg, Bestand Register von Unterfranken
Signatur 8424 (von Frau Elisabeth Böhrer)

3 Allgemeine Zeitung des Judentums vom 01.09.1856

4 Rolf Kilian Kiessling, »Juden in Forchheim«. S. 98

5 a. a. O., S. 77

6 Nachlass Dr. Wilhelm Kleemann New York, von Oliver Stanton
Ausschnitt aus Forchheimer Zeitung Mai 1966

7 Allgemeine Zeitung des Judentums vom 11.02.1898

8 Rolf Kilian Kiessling, »Juden in Forchheim«. S. 99

Meier und Elise Grünbaum
1890–1920

1 Standesamt Geisa, Archiv Frau Sylvia Möller
Auszüge aus dem Geburtenbuch Geisa

2 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Adressbücher der Stadt Wiesbaden 1905–1938

3 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Schriftl. Mitteilung Herr Peter Haberkorn 27.02.2008

4 Historisches Archiv der Dresdner Bank Frankfurt am Main
Herr Michael Jurk, Frau Cornelia Erbe
Schriftl. Mitteilung vom 20.02.2008

5 Jüdische Gemeindeverwaltung Wiesbaden, Frau Wisch
Grab Grünbaum
Tel. Mitteilung

6 Frau Dorothee Lottmann-Kaeseler, Wiesbaden, Historikerin
Gräber Grünbaum und Hirsch

7 Rolf Kilian Kiessling, »Juden in Forchheim«. S. 98

8 Nachlass Dr. Wilhelm Kleemann New York, von Oliver Stanton
Hans Speckner, Brief v. 07.05.1966

9 Stadtarchiv Nürnberg, Herr Gerhard Jochem
Signatur C 21/X Nr. 5 Julie Kleemann

10 Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Dr. Wilhelm Kleemann, Brief vom 15.08.1938

11 Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg, Frau Astrid Schuricht
Grab Julie Kleemann
Tel. Mitteilung

12 Rolf Kilian Kiessling, »Juden in Forchheim«. S. 98

13 Stadtarchiv Nürnberg, Herr Gerhard Jochem
Signatur C 21/X Nr. 2, Babette Kleemann

14 Nachlass Dr. Wilhelm Kleemann New York, von Oliver Stanton
Familienkalender

15 Stadtarchiv Nürnberg, Herr Gerhard Jochem
Signatur C 21/X Nr. 2, Dr. Hermann Dirnbach

16 Jüdische Gemeinde zu Berlin
Jüdischer Friedhof Berlin-Weißensee
Grab Babette Dirnbach
Schriftl. Mitteilung vom 28.05.2009

17 Rolf Kilian Kiessling
Grabinschrift Babette Dirnbach
Tel. Mitteilung

Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Briefe, Karten und Dokumente Grünbaum

Meier und Elise Grünbaum
1920–1942

1 Josef Walk (Hg.), »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, 2. Auflage 1996, C. F. Müller Verlag, Hüthig GmbH Heidelberg, I/49

2 a. a. O., I/99

3 a. a. O., I/620

4 a. a. O., I/636 + 637

5 a. a. O., I/525 + 544

6 a. a. O., I/451 + 626

7 a. a. O., I/581 + II/63

8 a. a. O., II/161

9 a. a. O., II/457

10 a. a. O., ii/506

11 Allgemeiner vertraulicher Erlaß Nr. 64/38D.St. des deutschen Reichswirtschaftsministers vom 14. Mai 1938. BS-BL, R3101 Nr. 34531. S. 7f., s. dazu auch J. Walk, »Sonderrecht«, III/227

12 Frau Dorothee Lottmann-Kaeseler, Wiesbaden, Historikerin
Schriftl. Mitteilung

13 Rolf Kilian Kiessling, »Juden in Forchheim«. S. 98, 93, 89, 90

14 Jüdische Gemeindeverwaltung Wiesbaden, Frau Wisch
Gräber Kleemann
Tel. Mitteilung

15 Herr Robert Finster, ehrenamtlicher Bürgermeister von Frankenwinheim
Auszug aus dem Geburtenregister

16 Frau Elisabeth Böhrer, Sondheim/Rhön
Tel. Mitteilung

17 Frau Dorothee Lottmann-Kaeseler, Wiesbaden, Historikerin
Schriftl. Mitteilung

18 Herr Robert Finster, ehrenamtl. Bürgermeister von Frankenwinheim
Auszug aus dem Geburtenregister

19 Frau Elisabeth Böhrer, Sondheim/Rhön
Tel. Mitteilung

20 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Entschädigungsakte Ernestine Kleemann HHStAW Abt. 518
Nr. 22694

21 H.-J. Döscher, »Reichskristallnacht«, Frankfurt am Main 1990. S. 95

22 Feinermann/Thalmann, »Die Kristallnacht«, Athenäum Verlag, Frankfurt am Main 1988. S. 83

23 NS-Archiv, Dokumente zum Nationalsozialismus

24 Josef Walk, »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, III/2

25 a. a. O., III/13

26 a. a. O., III/12, 17, 18, 47, 74

27 Konrad Kwiet: Nach dem Pogrom. Stufen der Ausgrenzung. In: Wolfgang Benz (Hg.): Die Juden in Deutschland 1933–1945. Leben unter nationalsozialistischer Herrschaft, Beck, München 1988. S. 545–659

28 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Devisenakte Meier Grünbaum HHStAW, Abt. 519/3 Nr. 2033

29 Josef Walk, »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, III/190

30 a. a. O., IV/57, 48, 67, 24

31 a. a. O., IV/117

32 a. a. O., IV/127

33 www.stern.de/jud-suess-film-ohne-gewissen
Das Bundesarchiv. Der Spielfilm »Jud Süß« – Goebbels Meisterstück?
Josef Walk, »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, IV/143

34 Jüdisches Museum Frankfurt am Main, Herr Michael Lenarz
Tel. Mitteilung zu Frieda Seligmann

35 Amtsgericht Frankfurt am Main, Grundbuchamt

36 Büdinger Geschichtsblätter Band XVII, 2001, S. 72, 142, 168, 173

37 Jüdisches Museum Frankfurt am Main, Herr Michael Lenarz
Tel. Mitteilung zu Einwohnern der Pension Nussbaum

38 Jüdisches Museum Frankfurt am Main, Herr Michael Lenarz
Tel. Mitteilung zu H. u. F. Jacob

39 Josef Walk, »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, IV/240, 241, 238

40 a. a. O., IV/263, 264

41 Rolf Kilian Kiessling, »Juden in Forchheim«. S. 130, 131, 213

42 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. Marixverlag GmbH, Wiesbaden 2005. S. 122

43 »Theresienstädter Gedenkbuch«. Die Opfer der Judentransporte aus Deutschland nach Theresienstadt 1942–1945. Prag 2000

44 Rolf Kilian Kiessling, »Juden in Forchheim«. S. 222

45 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 323–326

46 Stadtarchiv Nürnberg, Herr Gerhard Jochem
Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa. Nürnberg 1998, Eintrag Nr. 67

47 Stadtarchiv Nürnberg
Meldekartei jüdischer Einwohner bis 1945, Signatur C 21/X Nr. 2

48 Josef Walk, »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, IV/316

49 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 72, 73, 93, 106, 107

50 Ute Daub, »Die Stadt Frankfurt macht sich judenfrei«. In: Monica Kingreen (Hg.): »Nach der Kristallnacht«. S. 338–340

51 Jüdisches Museum Frankfurt am Main, Herr Michael Lenarz
Tel. Mitteilung zu Moses Nussbaum

52 Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main. Friedhofsverwaltung Herr Majer Szanckower, Tel. Mitteilung

53 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 205

54 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Merkblatt für eingesetzte Beamte, Geheime Staatspolizei, Staatspolizeistelle Frankfurt a. M. vom 19.10.1941 HHStAW Abt. 649–495

55 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Plan der Großmarkthalle HHStAW Abt. 461/30983, Bd. 12, Bl. 161

56 »Und keiner hat für uns Kaddisch gesagt…«
Deportationen aus Frankfurt am Main 1941–1945. S. 116

57 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 209, 210

58 Josef Walk, »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, IV/365, 368, 377, 387, 386

59 Die Jüdische Gemeinde Frankfurt/M. (unterzeichnet von Alfred Weil und Arthur Kauffmann) vom 7.6.1942
http://www.zug-der-erinnerung.eu/material/deportationsankuendigung.html

60 Gedenkbuch Bundesarchiv. Koblenz 2006

61 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 310

62 Gedenkstätte Theresienstadt, Herr Tomás Fedorovič
Todesfallanzeige Meier Grünbaum Nr. 52

63 Gedenkstätte Theresienstadt, Informationsblatt

64 Gedenkstätte Theresienstadt, Herr Tomás Fedorovič
Todesfallanzeige Elise Grünbaum geb. Kleemann Nr. 58

Meier Grünbaums Klagen

1 Auszüge aus der Ansprache veröffentlichte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« am 10.11.2009 unter dem Titel »Spuren der ›Reichskristallnacht‹. Über den Umgang mit Verbrechen und anderen Niedrigkeiten: Was uns heute noch täglich an die nationalsozialistischen Pogrome vom 9. und 10. November 1938 erinnert. Von Salomon Korn«.

Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Briefe und Dokumente

Samuel Kleemann

1 Rolf Kilian Kiessling, »Juden in Forchheim«. S. 98, 106

2 Universitätsbibliothek Erlangen
Schriftl. Mitteilung von Herrn Rolf Kilian Kiessling

3 Pfalzmuseum Forchheim
Geschäftsunterlagen der Firma C. Kreul von Frau Gertraud Hawranek

4 Stadtarchiv Fürth, Herr Ronald Langer
Schriftl. Mitteilungen vom 19.08.2008 und 30.09.2008

5 Rolf Kilian Kiessling, »Juden in Forchheim«. S. 106

6 Pfalzmuseum Forchheim
Geschäftsunterlagen C. Kreul

7 Nachlass Dr. Wilhelm Kleemann New York, von Oliver Stanton

8 Stadtarchiv Fürth, Herr Ronald Langer
Schriftl. Mitteilung vom 30.09.2008

9 Staatsarchiv München, Frau Sabine Frauenreuther
Schriftl. Mitteilungen zu Pol. Dir. 15436 und Pol. Dir. 14499 am 18.03.2008

10 Stadtarchiv München, Herr Dr. Andreas Heusler
Schriftl. Mitteilung und Auszüge aus »Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933–1945« (2 Bde., München 2003/2007)

11 a. a. O.

12 NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Frau Dr. Barbara Becker-Jákli
Schriftl. Mitteilung vom 03.02.2009

13 Herr Eberhard Rausch, Köln
Schriftl. Mitteilung vom 18.02.2009

14 Briefauszug vom 07.03.1942
vollständig im Kapitel »Meier und Elise Grünbaum 1920–1942«

15 NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Frau Dr. Barbara Becker-Jákli
Schriftl. Mitteilung vom 03.02.2009

16 Zentrale der Jüdischen Gemeindeverwaltung der Stadt Köln
Grab Samuel Kleemann
Tel. Mitteilung

17 Herr Eberhard Rausch, Köln
Schriftl. Mitteilung vom 18.02.2009

Erna Kleemann und Albert Wolff

1 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 291+292

2 Gedenkstätte Theresienstadt, Herr Tomás Fedorovič
Todesfallanzeige Ernestine Kleemann Nr. 229

3 Stadtarchiv München, Herr Dr. Andreas Heusler
»Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933–1945« (2 Bde., München 2003/2007)

4 Josef Walk (Hg.), »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, I/33, I/127

5 Staatsarchiv München, Frau Sabine Frauenreuther
Pol. Dir. 15436

6 Stadtarchiv München, Herr Dr. Andreas Heusler
Gewerbeamt Abg. 7/12a, 199

7 Gedenkbuch Bundesarchiv, Koblenz 2006

Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Briefe und Karte

Wilhelm Kleemann

1 Rolf Kilian Kiessling, »Juden in Forchheim«. S. 98

2 Historisches Archiv der Dresdner Bank Frankfurt am Main
Bibliothek, Herr Michael Jurk, Frau Cornelia Erbe, Auszüge aus:
– »Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft, Berlin, 1930/31«.
S. 937
– »Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933«, Band I, Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben, K. G. Saur, München, New York, London, Paris 1980. S. 368
– »Deutscher Wirtschaftsführer«. Lebensgänge deutscher Wirtschaftspersönlichkeiten. Bearbeitet von Georg Wenzel, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, Berlin, Leipzig 1929.  S. 1150
– »Die Dresdner Bank im Dritten Reich«, Band 1: ›Die Dresdner Bank in der Wirtschaft des Dritten Reichs‹, Johannes Bähr, R. Oldenbourg Verlag, München 2006. S. 75–81, 85–87

3 Nachlass Dr. Wilhelm Kleemann New York, von Oliver Stanton

4 Historisches Archiv der Dresdner Bank Frankfurt
Schriftl. Mitteilung vom 26.05.2008, Herr Michael Jurk

5 a. a. O., Die Dresdner Bank in der Wirtschaft des Dritten Reichs. S. 76–86

6 Josef Walk (Hg.), »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, I/46

7 a. a. O., I/99

8 a. a. O., III/13

9 Pfalzmuseum Forchheim, Frau Susanne Fischer, Frau Martina Wesler
Stiftungsakte Kleemann

10 Stadtarchiv Forchheim, Herr Rainer Kestler »Fränkischer Tag« Nr. 104 u. 106
»Forchheimer Nachrichten«

11 Nachlass Dr. Wilhelm Kleemann
Weitere Presseberichte

Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Briefe an Elise Grünbaum

Herta Schloss
geb. Kleemann und Moritz Schloss

1 Stadtarchiv Bamberg
Schriftl. Mitteilung von Herrn Dr. Robert Zink vom 19.06.2008

2 Nachlass Kleemann/Schloss New York, von Oliver Stanton
Lebenslauf von Moritz Schloss

3 Josef Walk (Hg.), »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, II/556, II/526

4 Stadtarchiv Bamberg
Schriftl. Mitteilung von Herrn Dr. Robert Zink vom 19.06.2008

5 Jürgen Czwienk
Tel. Mitteilung im Frühjahr 2012

Max Stein

1 Stammbaum der Familie Stein
von Frau Anita Stein, New York, Witwe von Ludwig Hugo Stein

2 Stadtarchiv der Kreisstadt Eschwege
Standesamt Gemeinde Wehretal
Geburtsurkunden

3 Stadtarchiv der Kreisstadt Eschwege, Herr Dr. Karl Kollmann
Tel. Mitteilung am 08.03.2011
Zuzug nach Eschwege, Gründung der Firma »Max Stein Eschwege…«

4 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Devisenakte Max Stein HHStAW Abt. 519/3 Nr. 37369

5 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Sterberegister Eschwege 1825–1939
Bertha Stein Abt. 365 Nr. 146

6 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Schriftl. Mitteilung von Herrn Peter Haberkorn vom 27.02.2008

7 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Sterberegister Eschwege 1825–1939
Hugo Stein Abt. 365 Nr. 146

8 a. a. O.
Entschädigungsakte Max Stein HHStAW Abt. 518 Nr. 2102/01

9 Josef Walk (Hg.), »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, I/229

10 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Devisenakte Max Stein HHStAW Abt. 519/3 Nr. 37369

11 a. a. O.

12 a. a. O.

13 a. a. O.

14 Frau Anita Stein, New York

15 Wolf-Arno Kropat, »Reichskristallnacht«. Der Judenpogrom vom 7. bis 10. November 1938 – Urheber, Täter, Hintergründe. Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen, Wiesbaden 1997. S. 57–62

16 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Devisenakte Max Stein HHStAW Abt. 519/3 Nr. 37369

17 a. a. O.

18 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Entschädigungsakte Ernestine Kleemann HHStAW Abt. 518 Nr. 22694

19 Herr Robert Finster, 1. Bürgermeister der Gemeinde Franken-
winheim
Auszug aus dem Geburtenregister

20 Stadtarchiv Nürnberg, Herr Gerhard Jochem
Meldekartei jüdischer Einwohner bis 1945, Signatur C 21/X Nr. 3

21 a. a. O.

22 Josef Walk (Hg.), »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«,
IV/293

23 Gedenkbuch Bundesarchiv, Koblenz 2006

24 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Entschädigungsakte Max Stein HHStAW Abt. 518 Nr. 2102/01

25 Frau Anita Stein, New York

26 Herr Jörg Kaps, Arnstadt
»New York Herald Tribune«, Nachruf Ludwig Stein

27 Frau Lydia Volkmuth, Oberstreu/Rhön, Zeitzeugin

28 Frau Anita Stein, New York

Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Briefe

Max Lomnitz

1 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Geburtenregister Reichensachsen

2 Niedersächsisches Landesarchiv, Hauptstaatsarchiv Hannover
Entschädigungsakte David Lomnitz
Signatur Nds. 110 W Acc 14/99 Nr. 125892

3 a. a. O.

4 Stadtarchiv Eschwege, Herr Dr. Karl Kollmann
Tel. Mitteilung vom 08.03.2011

5 Frau Anita Stein, New York

6 Hauptstaatsarchiv Hannover
Entschädigungsakte David Lomnitz
Sign. Nds. 110 W Acc 14/99 Nr. 125892

7 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 301, 227

8 Hauptstaatsarchiv Hannover
Entschädigungsakte David Lomnitz
Sign. Nds. 110 W Acc 14/99 Nr. 125892

9 Gedenkbuch Bundesarchiv, Koblenz 2006

Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main
Brief

Bernhard Lustig

1 Prof. Dr. Josef Hesselbach, Oberstreu/Rhön, Heimatforscher
Registerauszüge zur Familie Lustig, Unsleben

2 Frau Elisabeth Böhrer, Sondheim/Rhön
Tel. Mitteilung

3 Helga Koch/Jochen Löber, »Jüdisches Leben in Bad Orb«. Kommissionsverlag Orbensien, 1. Auflage 2009. S. 155

4 Lydia und Alois Volkmuth, Oberstreu/Rhön, Zeitzeugen

5 Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Schriftl. Mitteilung von Herrn Peter Haberkorn vom 27.02.2008

6 Prof. Dr. Josef Hesselbach, Heimatforscher

7 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 197–201

8 Sächsisches Staatsarchiv, Stadtarchiv Leipzig
Bestand PP-11, Signatur 741, Meldekarte Bernhard Lustig

9 Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main
»Ariowitsch-Stiftung«, Brief vom 05.07.1939

10 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 329+330

11 Helga Koch/Jochen Löber, »Jüdisches Leben in Bad Orb«. S. 155

12 Gedenkstätte Theresienstadt, Herr Tomás Fedorovič
Todesfallanzeige Bernhard Lustig Nr. 101

13 Sächsisches Staatsarchiv, Stadtarchiv Leipzig
Bestand PP-11, Signatur 791, Meldekarte Isaak Lustig

14 Prof. Dr. Josef Hesselbach, Heimatforscher

Erna Pommer
geb. Seliger

1 Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar
»Juden in Thüringen 1933–1945«. Biographisches Handbuch

2 Helga Koch/Jochen Löber, »Jüdisches Leben in Bad Orb«. S. 154–157

3 Prof. Dr. Josef Hesselbach, Oberstreu/Rhön, Heimatforscher
Schriftl. Mitteilung

4 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 104–106

5 Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar
»Juden in Thüringen 1933–1945«. Biographisches Handbuch

6 Thüringisches Staatsarchiv Rudolstadt
»Findbuch«, Thüringisches Amtsgericht Arnstadt (
1874) 1921–1952 (1955)
Registratursignatur
HRA 529. Alte Archivsignatur 19

7 Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar
»Juden in Thüringen 1933–1945«. Biographisches Handbuch

8 Stadtverwaltung Arnstadt, Friedhöfe, Frau Swatek
Tel. Mitteilung

9 Herr Jörg Kaps, Arnstadt
Tel. Mitteilung

10 Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar
»Juden in Thüringen 1933–1945«. Biographisches Handbuch

11 Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main, Herr Michael Lenarz
Tel. Mitteilung

12 Herr Jörg Kaps, Arnstadt
Tel. Mitteilung

13 Josef Walk (Hg.), »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, IV/293

14 Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar
»Juden in Thüringen 1933–1945«. Biographisches Handbuch

15 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 150+151, 206–208

16 Herr Jörg Kaps, Arnstadt
Tel. Mitteilung

Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main
Brief

Amalie Vorchheimer,
geb. Stein und Adolf Vorchheimer

1 Stadtarchiv der Kreisstadt Eschwege
Standesamt Gemeinde Wehretal
Geburtsurkunde

2 Stadtarchiv Würzburg
Reiner Strätz, »Biographisches Handbuch Würzburger Juden
1900–1945«

3 Bayerisches Hauptstaatsarchiv München
Entschädigungsakte Adolf Vorchheimer
Signatur LEA 38288

4 Stadtarchiv Würzburg
Reiner Strätz, »Biographisches Handbuch Würzburger Juden
1900–1945«

5 Staatsarchiv Würzburg
Entschädigungsakte Amalie Vorchheimer
Signatur IV 309363-N343

6 Staatsarchiv Würzburg, Frau Dr. Heeg-Engelhart
Gestapo-Kartei Würzburg 0.4.2.1
Signatur 8537 Übernahme der Jüd. Firma Neuburger & Vorchheimer

7 Bayerisches Hauptstaatsarchiv München und Staatsarchiv Würzburg
Entschädigungsakten Adolf u. Amalie Vorchheimer

8 Josef Walk (Hg.), »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, III/211

9 Staatsarchiv Würzburg
Wiedergutmachungsbehörde, Signatur 3936

10 Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main, Herr Michael Lenarz
Tel. Mitteilung

11 Alfred Gottwald/Diana Schulle, »Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941–1945«. S. 328+329

12 Staatsarchiv Würzburg
Entschädigungsakte Amalie Vorchheimer
Signatur IV 309363-N343

13 ME 1498 Suess, Clara (née Mars) 1882–1968
»Meine Erlebnisse ab 22. Oktober 1940«
Leo Baeck Institute, Center for Jewish History
http://access.cjh.org/home.php?type=extid&term=426126#1

14 Bayerisches Hauptstaatsarchiv München
Entschädigungsakte Adolf Vorchheimer
Signatur LEA 38288

15 Frau Anita Stein, New York

16 Staatsarchiv Würzburg
Gestapo-Kartei Würzburg 0.4.2.1
Signatur 8522 Ernst Israel und Nanni Sara Neuburger

Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main
Briefe

Das Jüdische Nachrichtenblatt

1 Josef Walk (Hg.), »Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat«, II/327

2 a. a. O., III/97